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"Keine Fake-News": Der Heiland ist geboren

Lebendiges Krippenspiel "Keine Fake-News": Der Heiland ist geboren

Eine lichtdurchflutete Reise in die Vergangenheit und eine lebendig ge­wordene Weihnachts­geschichte erlebten geschätzt 1000 Besucher beim Freiluft-Gottesdienst am Runden Baum.

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Die Geburt Jesu erzählten Kinder und Erwachsene im Krippenspiel nach. Auch Schafe, Ziegen und Esel gab es zu sehen.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. „Ihr Kinderlein, kommet, zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall. Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh, Maria und Josef betrachten es froh“: Diese Szene aus dem bekannten Weihnachtslied wurde am Heiligabend im Stadtwald nicht nur gesungen - sie wurde sogar lebendig.

Das Grillplatz-Gelände am Runden Baum verwandelte sich für einen Abend in ein leuchtendes Bild der kleinen Ortschaft Bethlehem. Hunderte Kerzen, Fackeln und der ein oder andere farbige Strahler tauchten die Waldlichtung in der Dämmerung in ein stimmungsvolles Licht. Der Familiengottesdienst unter freiem Himmel von der Matthäuskirchengemeinde Marburg-Ockershausen lockte Besucherscharen an, die das Krippenspiel der Gemeinde verfolgten. Dutzende Kinder und Erwachsene, begleitet von Ziegen, Schafen und Eseln, ließen die Geschichte von der Geburt Jesu lebendig werden. Die Schauspieler entführten das Publikum in die Welt der kleinen Ortschaft Bethlehem vor rund 2000 Jahren, spielten die bekannte Weihnachtsgeschichte nach - von der verzweifelten Suche von Maria und Josef nach einer Unterkunft bis zur Ankunft der herbeieilenden Hirten. „Euch ist heute der Heiland geboren“, verkündete traditionell die Schar kleiner Engel, welche die Szene begleiteten.

Gläubige zünden Kerzen an und singen Weihnachtslieder

Was das den Gläubigen bedeutet, erklärte Pfarrer Christoph Seitz, der die Geschichte moderierte und ermutigende Gebete sprach. In seiner Predigt nahm der Seelsorger Bezug auf politisch motivierte Falschmeldungen, sogenannte „Fake-News“, die zunehmend durch das Internet geistern.

Falsche Nachrichten in sozialen Netzwerken, frei erfunden und in die Welt gesetzt, um „zu verunsichern, Vorurteile und Hass zu fördern und Angst zu verbreiten“. Dem stellte der Pfarrer „eine ganz gute Nachricht“, entgegen, die in der heutigen Zeit mit ihren „vielen dunklen, traurigen und auch gelogenen Nachrichten“ umso mehr hervorsteche: „Euch - Dir und mir - ist der Heiland geboren - und das sind Gott sei Dank keine Fake-News“, betonte Steitz.

Der Heiland - das sei „einer, der Menschen herausholen will aus Misstrauen, Hass, bösen Gedanken und Absichten“. Einer, der kam, um Orientierung zu geben, als Impuls für „Offen­heit, für Neugier und echtes Interesse - gerade auch denen gegenüber, die ganz anders denken, leben und glauben“. Als Symbol für Jesus Christus entzündeten die Gläubigen ein Licht, trugen die Kerze von einem zum anderen und sangen gemeinsam Weihnachtslieder. Die Kollekte an diesem Abend soll für das Hilfsprojekt „Addis Abeba“ gespendet werden, das Straßenkinder in der äthiopischen Stadt unterstützt.

Rund 1000 Leute feiern den Open-Air-Gottesdienst

Seit rund sieben Jahren feiert die Matthäusgemeinde im zweijährigen Turnus die Waldweihnacht unter freiem Himmel, „in einer tollen Atmosphäre“, freute sich Steitz, der die stimmungsvolle Szenerie lobte.

Gerade so nah am Geschehen und draußen zu sein, wie damals schon Maria und Josef, „das verstärkt das Ganze noch“. Jedes Jahr ziehe das weihnachtliche Spektakel mehr Zuschauer an, dieses Mal verfolgten rund 1000 Gläubige das feierliche Event, schätzt der Pfarrer. Zumindest waren die 800 Kerzen schnell vergriffen, nicht alle Gläubigen konnten eine ergattern. Der Open-Air-Gottesdienst kam gut an bei den Besuchern: „Eine sehr schöne Stimmung und ein tolles Krippenspiel, das von Jahr zu Jahr besser wird“, lobte Besucherin Sandra Meier.

von Ina Tannert

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