Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Keine Angst vor Erster Hilfe

1. Richtsberger Gesundheitstag Keine Angst vor Erster Hilfe

Wie leistet man einem Menschen in Not ErsteHilfe? Was ist der Sinn von Ersthelfermaßnahmen? Woher kann Brustschmerz kommen?

Voriger Artikel
Ministerin fordert härtere Strafen
Nächster Artikel
FDP kritisiert Stadtspitze für die Verkehrspolitik

Dr. Hamdi Elfarra zeigt seinem achtjährigen Sohn Feras, wie eine Herzdruckmassage vorgenommen wird.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. Alles Fragen, die auf dem „1. Richtsberger Gesundheitstag“, bei dem es um das Thema Herz ging, beantwortet wurden. Die Veranstaltung wurde vom Islamischen Kulturverein Hadara, den Hausärzten am Richtsberg sowie dem Uniklinikum organisiert. Unterstützt wurde die Veranstaltung von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD).

Die rund 100 Teilnehmer hörten drei Vorträge von Medizinern: Professor Norbert Donner-Banzhoff klärte über das Thema „Brustschmerz“ auf. Die meisten Probleme hingen nicht mit dem Herzen zusammen, sondern seien muskulär oder skelettbedingt.

Dr. Hamdi Elfarra, Herzchirurg am Uniklinikum und Vorsitzender des Islamischen Kulturvereins Hadara, widmete sich den Fragen, was ein Herzinfarkt ist, und wie er medizinisch behandelt werde. Dr. Elfarra sagte: „Wir wollen den Menschen am Richtsberg die Angst vor dem Helfen nehmen. Jeder soll wissen, dass es immer besser ist zu helfen. “

Den für die Teilnehmer wohl eindringlichsten Vortrag hielt Dr. Markus Spies, Anästhesist und Notarzt am Uniklinikum. Detailliert erklärte er, welche Ersthelfermaßnahmen jeder in einer Notsituation ergreifen sollte - bei Herzinfarkt oder Bewusstlosigkeit. „Wer hilft, kann nichts falsch machen“, meinte Dr. Spies und unterstrich: „Das Schlimmste ist, aufgrund von Angst und Unsicherheit untätig zu bleiben. Entscheidend sind die ersten Minuten, in denen meistens noch kein Rettungsdienst vor Ort ist. Notsituation erkennen, Notruf absetzen und dann Erste Hilfe leisten.“ Wiederbeleben könne man mit Erster Hilfe nicht. Dazu sei ein Rettungsdienst vonnöten. Jedoch sei Erste Hilfe „lebenswichtig“, um schwere Gehirnschäden abzuwenden oder zu mildern.

Doch es gab nicht nur Vorträge zu hören, sondern die Teilnehmer sollten im wahrsten Sinne des Wortes auch selbst Hand anlegen. Neben Workshops zur Blutdruck- und Blutzuckermessung konnten an einer Plastikpuppe die Erste-Hilfe-Maßnahmen geübt werden.

Optimal: jedes Jahr einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren

Vor allem die teilnehmenden Kinder waren davon begeistert. Dr. Spies stand daneben, ermutigte, instruierte und lobte.

„So ganz kann auch eine solche Veranstaltung die Angst vor einer solchen Situation nicht nehmen. Aber geholfen hat es mir sicherlich“, sagte ein 57-jähriger Teilnehmer. Dr. Elfarra kündigte außerdem an, dass der Gesundheitstag nicht der einzige am Richtsberg bleiben werde. Es sei in „etwa drei Monaten“ eine Folgeveranstaltung geplant. „Optimal wäre, wenn jeder Mensch einmal im Jahr einen Erste-Hilfe-Kurs machen würde“, meinte Dr. Spies im Gespräch mit der OP und fügte hinzu: „Das gilt auch für die Mitarbeiter der Oberhessischen Presse. Wann soll ich da mal vorbeikommen?“

von Benjamin Kaiser

  • Stichwort: Defibrillatoren
  • Für Notfälle stehen den Bürgern in jedem Stadtteil mehr öffentliche Defibrillatoren zur Verfügung als in jeder anderen deutschen Stadt. Dr. Markus Spies und Dr. Hamdi Elfarra haben trotzdem Verbesserungsvorschläge. Der Defibrillator für den Stadtteil Richtsberg befindet sich im Rewe-Supermarkt. „Das ist nicht optimal. Man muss erst das Personal nach Herausgabe fragen. Da verstreichen wertvolle Minuten. Außerdem ist der Supermarkt sonntags und an Werktagen ab 22 Uhr geschlossen“, bemängelte Dr. Elfarra. Man habe sich mit Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies in Verbindung gesetzt. Bald werde das Gerät im Foyer der Stadtsparkasse, Filiale am Christa-Czempiel-Platz, leichter zugänglich sein.
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr