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"Kein Patient bleibt auf der Strecke"

Zentrale Notdienste "Kein Patient bleibt auf der Strecke"

Die geplante Zentralisierung des ärztlichen Notdienstes erhitzt die Gemüter. Clemens Kill, Leiter der Notaufnahme am UKGM, sagt: „Diese Debatte ist unnötig.“

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Der Notfallbereich am Uniklinikum Marburg ist für alle Ernstfälle gerüstet. Dr. Klemens Kill, Leiter der Notaufnahme, die Zentralisierung des ärztlichen Notdienstes wird keine Auswirkungen auf die hervorragende Patientenversorgung haben.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Stadtallendorf, Gladenbach, Biedenkopf - an diesen Standorten sollen nach Plänen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) die Bereitschaftsdienste eingestellt und zentral am Diakonie-Krankenhaus Marburg-Wehrda zusammengeführt werden. Die Menschen im Ostkreis und Hinterland fürchten um die Qualität ihre medizinischen Versorgung. Clemens Kill sieht diese Gefahr nicht. Das Uniklinikum ist zwar nur am Rande betroffen, der Leiter der Notaufnahme hat aber detaillierte Einblicke in die Diskussionen - und eine klare Meinung. „Wenn der Notfall eintritt, wird ohnehin der Rettungswagen gerufen und die Patienten kommen ins Krankenhaus.“

Die Versorgung werde nicht gefährdet, denn: Der ärztliche Bereitschaftsdienst (ÄBD) basiert im Rahmen der KV-Reform auf drei Bausteinen:

  1. Die Zentralisierung des ÄBD in Marburg-Wehrda. „In Zeiten der Mobilität ist die Überwindung dieser Strecken in minderschweren medizinischen Fällen zumutbar“, sagt Kill.
  2. Vier Fahrdienste, die zentral von Marburg aus gesteuert werden, und nicht-mobile Patienten versorgen
  3. Rettungsdienst mit Notarzt

„Gewisse Leistungen müssen an gewissen Stellen wirksam miteinander vernetzt werden“, sagt Kill. Er kann die emotionale Debatte verstehen. Was er aber vermisst, ist die ärztliche Expertise . „Landauf, landab steigen die Patientenzahlen. Das belastet das System.“ Die gesamte Versorgung müsse im Dialog diskutiert werden. Über Einzelsituationen zu streiten, mache keinen Sinn. „Die Systeme konkurrieren nicht miteinander. Kein Patient bleibt auf der Strecke“, sagt der Mediziner und verweist ausdrücklich auf die hervorragende Quote des Landkreises.

„Wir haben von Stadtallendorf bis Biedenkopf eine exzellente Notfallversorgung, besser als in München, Berlin oder Frankfurt. Das belegen die Zahlen“, sagt Kill. Deswegen blicke er entspannt in die Zukunft. Die momentane Diskussion vermenge sich vornehmlich mit politischen Interessen. „Ich bin sicher, das Ganze wird einen ordentlichen Weg nehmen.“ In ein paar Wochen würden sich alle umschauen und fragen, warum so intensiv über diese Thema debattiert wurde. „Wir haben eine extrem gute Versorgung und das wird auch so bleiben.“

von Carsten Bergmann

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