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Kein Mangel an Bewerbern

„International Undergraduate Study Program“ Kein Mangel an Bewerbern

Aus einer Notsituation heraus geboren, wurde das „International Undergraduate Study Program“ zu einem Erfolg. Dazu trug ausgerechnet auch eine Naturkatastrophe bei, der Hurrikan Katrina im US-Bundesstaat Louisiana.

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Einige der Teilnehmer der Festveranstaltung stellten sich zum Gruppenfoto auf.

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. Das „International Undergraduate Study Program“ (IUSP) an der Philipps-Universität ist ein internationales Sonderprogramm, durch das bisher mehr als 600 Studierende aus der ganzen Welt nach Marburg kamen.

Mit einem Empfang im Alten Senatssaal mit 30 Gästen feierte das Dezernat Internationale Angelegenheiten und Familienservice der Universität jetzt das zehnjährige Bestehen des Programms.

Teilnehmerzahl nach Hurrikan Katrina verdoppelt

Stellvertretend für die ausländischen IUSP-Partner sprach Dr. Harald Leder, der an der Partnerhochschule der Philipps-Universität, der Louisiana State University, für das Auslandsstudium verantwortlich ist. „Vor zehn Jahren kamen die ersten sechs IUSPler in Marburg an, ich war das Empfangskomitee.

Damals wütete in den USA der Hurrikan Katrina, aus diesem unglücklichen Ereignis wurde eine glückliche Beziehung zwischen den Universitäten“, hatte Cornelia Janus, Leiterin des Referats Internationale Sonderprogramme, einleitend zurückgeblickt. Durch die Aufnahme von Stipendiaten aus dem verwüsteten Gebiet um New Orleans verdoppelte sich die Zahl der ersten Teilnehmer am IUSP.

Leder dankte für die großartige Hilfestellung nach Katrina, dieses Erlebnis hätten die damaligen Studierenden bis heute nicht vergessen. Und ein mittlerweile in Frankfurt arbeitender IUSPler habe Leders Emigration in die USA „ausgeglichen“, sagte er schmunzelnd.

„Machen Sie bitte so weiter, das ist eine tolle Sache für die deutsch-amerikanischen Beziehungen, die auf praktischer und menschlicher Ebene aufrechterhalten werden. Wir haben keinen Mangel an Bewerbern, das ist für Deutschland heute leider die Ausnahme“, sagte Leder.

„Sie kommen an und fühlen sich willkommen“

Hintergrund sei, dass an den US-Highschools und Colleges in den vergangenen Jahrzehnten alle Sprachprogramme außer Spanisch radikal zurückgefahren wurden. Deswegen werde es immer schwieriger, Studierende dorthin zu schicken, wo man kein Englisch spreche.

„Dem begannen Sie in Marburg hilfreich entgegenzutreten mit dem intensiven Sprachtraining. Die Studierenden bekommen viel von der Kultur, nicht nur von der Trinkkultur, mit, vielen gefällt es in Deutschland. Sie kommen an und fühlen sich willkommen“, erklärte er.

Dies bestätigte Konrad Miller von der Pennsylvania State University, der 2013 am IUSP teilnahm. Besonders die Atmosphäre an der Universität und in der Stadt habe ihm gefallen. „Ich war sehr traurig, als ich zurückging“, berichtete er. Nach seinem Bachelor-Abschluss in den USA ist er jetzt nach Marburg zurückgekehrt, um sein Master-Studium in Friedens- und Konfliktforschung aufzunehmen.

Die Anfänge des IUSP reichen ins Jahr 2000 zurück, erklärte Professor Harald Lachnit, Vizepräsident für Studium und Lehre an der Philipps-Universität. Damals sei die Situation so gewesen, dass Marburger Studierende in die englischsprachige Welt wollten und ausländische nach Marburg, vorausgesetzt, es gab englischsprachige Lehrveranstaltungen.

Mehr als 40 Teilnehmer 
pro Semester

Thomas Komm, damals Leiter des Referats für Internationale Beziehungen, fand mit der Gründung des IUSP die Lösung. „Wir brauchten Austauschpartner, wollten Abhilfe schaffen, verwoben mit der vorhandenen Lehre, aber doch ein Extra, abgestimmt auf die nordamerikanischen Semesterzeiten.

Das Strickmuster erwies sich aus heutiger Sicht als sehr erfolgreich. Aus sechs wurden mehr als 40 Teilnehmer pro Semester, nicht nur aus den USA, Kanada und Australien, aus sechs Seminaren etwa 30. Das Programm ist ein wichtiger Bestandteil unserer sozusagen im Nachhinein erfundenen Internationalisierungsstrategie. Besonders schön ist, dass es sich von allein trägt und sogar Überschüsse abwirft“, freute sich Lachnit.

von Manfred Schubert

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