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Kaum eröffnet, schon wieder gesperrt

Oberstadtaufzug Kaum eröffnet, schon wieder gesperrt

Mehrere tausend Menschen nutzen sie täglich, doch zuletzt lahmte der Betrieb immer wieder. Für die Weihnachtszeit sollten am Montag beide Oberstadtaufzüge wieder freigegeben. Doch schon am Nachmittag war der sanierte Aufzug wieder gesperrt.

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Wenige Stunden nach seiner Eröffnung war der Aufzug schon wieder gesperrt

Quelle: Peter Gassner

Marburg. Seit der Erstzulassung 1986 waren die beiden Aufzüge 28 Jahre lang im Betrieb und hatten jeden Tag – so die Schätzung von Bürgermeister Franz Kahle – eine fünfstellige Anzahl von Menschen in die Oberstadt befördert. Zuletzt war es jedoch immer wieder zu Aussetzern gekommen. Seit dem 20. August wurde der vom Pilgrimstein aus gesehen linke Oberstadtaufzug saniert, nun sind die Bauarbeiten fürs Erste abgeschlossen.

„Es ist wichtig, dass nun beide Aufzüge zur Weihnachtszeit voll zugänglich sind“, sagte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) am Montag Vormittag bei der Einweihung. Nachdem es in den vergangenen Jahren immer wieder „zu Stillständen gekommen“ sei, hatte die Stadt die Notwendigkeit zur Erneuerung der beiden Aufzüge gesehen. Im neuen Jahr soll dann ab dem 16. Januar auch der rechte Fahrstuhl renoviert und bis Ende März, vor dem Start des Sommersemesters, fertiggestellt werden.

Warteschlangen ade

Bis dahin ruhen die Umbauarbeiten, um dem erhöhten Andrang während des Weihnachtsgeschäftes gerecht zu werden. „Ich denke, wir haben das gut getimed“, meint daher Baudirektor Jürgen Rausch. Warum der sanierte Aufzug kurze Zeit später wieder gesperrt wurde, war am Montag Abend nicht zu erfahren.

Auf „10 000, oder eher sogar 20 000 Menschen pro Tag“ schätzt Kahle das Transportaufkommen in „Spitzenzeiten“. In der Vergangenheit führte dies zum Teil zu relativ langen Wartezeiten. „Jeder kennt die Schlangen vor den Aufzügen“, so Stadtmarketingkoordinator Jan-Bernd Röllmann. Er hofft, dass „die neuen Kapazitäten Entlastung bringen“.

Statt wie bisher 120 Fahrten pro Stunde, schafft der neu eingebaute Aufzug nun das Doppelte – also 240 Fahrten pro Stunde. 335 972 Euro kosten die beiden Kabinen zusammen – hohe Kosten für zwei Aufzüge, wie Kahle zugibt. „Dafür wollen wir dann aber auch 20 Jahre Ruhe haben.“ Anstelle von Stahlblech mit Edelstahlverkleidung wurde jetzt Edelstahl-Vollmaterial verwendet. Darüber hinaus habe man „auch energetisch etwas getan“, denn die Antriebsleistung wurde von 17 auf 9,5 Kilowattstunden gesenkt.

Neuer Anstrich für den Wartebereich

Nachdem der Bau der beiden Fahrstühle in den 80er Jahren noch umstritten gewesen sei, hätten sie sich inzwischen „in der Praxis als unverzichtbar für eine lebendige Oberstadt“ bewährt. Dies gelte gerade im Hinblick auf Barrierefreiheit, die bei der Neugestaltung ebenfalls in die Überlegungen mit einbezogen worden sei.So wurde etwa speziell darauf geachtet, dass der Zugang zu dem Fahrstuhl ebenerdig und ohne leichten Höhenunterschied möglich ist. Auf Klappsitze innerhalb der Kabine wurde jedoch verzichtet, da diese leicht Vandalismus zum Opfer fallen könnten.

Die Wand zwischen den beiden Aufzügen soll ab Freitag, 28. November, mit einem „Weihnachtsstadt-Marburg“-Werbebanner ausgefüllt werden. Nach Abschluss der Arbeiten am rechten Fahrstuhl soll sie dann „noch neu gestaltet werden“, so Kahle. Neben dem linken Oberstadtaufzug selbst, wurde zudem bereits der Eingang zum Wartebereich farblich erneuert.

Für zusätzliche 35 000 Euro wurde das künstlerische Dach neu angestrichen und somit „ein wichtiger, zentraler Zugang zur Oberstadt attraktiver gestaltet“, so Rausch. Man habe „nicht nur sachlich und funktional, sondern auch ästhetisch etwas getan“. Schließlich sei die optische Gestaltung des Bereichs „ein wichtiger Beitrag für das Gefühl beim Betreten der Innenstadt“.

von Peter Gassner

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