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Kaum "Pfandgeber" in der Region

Leergut Kaum "Pfandgeber" in der Region

Seit einigen Jahren gibt es Pfandgeben.de, eine Internet-Plattform, die zwischen Pfandflaschenbesitzern und Pfandsammlern vermittelt. In der heimischen Region machen Menschen mit - allerdings nur wenige.

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Pfandflaschen und -Dosen aus dem Müll fischen – auch das ist eine Methode, mit der sich manche Leute ein paar Euros verdienen. Die Internetseite Pfandgeber.de vermittelt direkt zwischen Pfandflaschenbesitzern und Pfandsammlern, die das Leergut dann abholen und abgeben können.

Quelle: David Ebener

Marburg. Es gibt jene, die angesammelte Pfandflaschen loswerden wollen und solche, die bereit sind, sie abzuholen und wegzubringen. Gewinn für die Abholer: Sie „verdienen“ das Pfandgeld. Für manche Menschen stellt dies, ebenso wie das Flaschensammeln in der Stadt, einen kleinen Nebenerwerb dar. Gewinn für die Abgeber: Sie müssen sich nicht selbst um den Transport ihres Leerguts kümmern.

In großen Städten mag die Beteiligung gut sein. Ruft man die Internetseite Pfandgeben.de auf und gibt versuchshalber beispielsweise Berlin-Kreuzberg ein, bekommt man eine lange Liste mit den Namen und Handynummern von Pfandsammlern, die man zur Abholung anrufen kann. Doch wie sieht es in der heimischen Region aus? Die OP hat nachgeschaut.

Kaum Resonanz

Im heimischen Landkreis sind bislang drei Pfandsammler registriert - in Stadtallendorf und in Marburg. In der Universitätsstadt bekommen wir bei unserem Versuch erstmal keinen der beiden registrierten Pfandsammler ans Telefon - einer ruft nach vielen vergeblichen Anrufen unsererseits zurück und teilt dann mit, er sei gar kein Pfandsammler, er habe die Handynummer irgendwann von jemand anderem übernommen. Zweiter Versuch: Pfandsammler Benedikt hat keine Zeit für ein Gespräch mit der Zeitung, verrät aber auf die Schnelle, dass er seit zwei Jahren bei Pfandgeber.de registriert sei. „In der ganzen Zeit haben sich zwei Leute bei mir gemeldet, bei denen ich Leergut abgeholt habe.“

Noch schlechter läuft‘s bislang für „Eule“. Dies ist der Pfandgeber-Spitzname von Manuela Roth aus Stadtallendorf. Die 41-Jährige ist seit etwa einem Jahr bei Pfandgeben.de angemeldet, „seit ich eine Sendung darüber im Fernsehen angeschaut habe“, berichtet sie. Ihr Gedanke sei damals gewesen: „Na klar, das kann ich mal ausprobieren.“ Doch bislang hat sich niemand gemeldet, der sein Leergut an sie abgeben wollte. „Schade“, findet Manuela Roth.

Ein Blick in die Nachbarstädte Gießen und Wetzlar zeigt, dass dort mehr los ist, zumindest was die Pfandsammler angeht: In beiden Städten gibt es eine ganze Reihe von potenziellen Abholern, die auf einen Anruf warten. Vergeblich, wenn es ihnen allen so geht wie der Leergutsammlerin „Helfi“. Die 57-Jährige aus Gießen registrierte sich vor etwa einem halben Jahr bei Pfandgeben.de. „Bislang hab ich nur einen Anruf zur Abholung bekommen“, berichtet sie.

Unterstützung für kranken Hund

Die Gießenerin, die nur ihren Pfandgeben.de-Spitznamen nennen möchte, bedauert dies sehr, denn das Pfandsammeln sollte ein Hilfsprojekt werden. „Ich wollte damit eine Freundin unterstützen, die einen kranken Hund hat - er braucht spezielles Futter und das ist teuer.“

Immerhin: Für ein paar Hundemahlzeiten hat „Helfis“ bislang einmaliger Pfandsammler-Einsatz gereicht. Die 57-Jährige wartet ab. „Vielleicht wird das Projekt ja noch bekannter und es melden sich mehr Menschen“, hofft sie.

In der heimischen Region gibt‘s jedenfalls noch viel Luft nach oben, wenn Pfandgeben.de zum Erfolgskonzept werden will.

Erdacht und entwickelt wurde das Projekt von Jonas Kakoschke innerhalb des Studiengangs Kommunikationsdesign an der HTW Berlin - unterstützt hat ihn dabei die Kulturwissenschaftlerin Mareike Geiling und der Programmierer Richard Metzler, heißt es auf der Internetseite.

von Carina Becker

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