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Kaufangebot für PTZ liegt vor

Entscheidungen über Partikeltherapie Kaufangebot für PTZ liegt vor

Es kommt Bewegung in die Diskussion um die Partikeltherapie: Wann in Marburg Krebspatienten mittels hochmoderner Strahlentherapie behandelt werden, ist jedoch noch ungewiss.

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Am 30 April endet die Frist. Dann sollte feststehen, ob Marburg bald eine Partikeltherapie anbieten kann, oder nicht.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Es kommt Bewegung in die Sache: Wann in Marburg Krebspatienten mittels hochmoderner Strahlentherapie behandelt werden, ist jedoch noch ungewiss. Der Siemens-Konzern stieg in das Marburger Mammutprojekt Partikeltherapiezentrum ein, später wieder aus und wäre nun quasi als Dienstleister erneut dabei. Der Oberhessischen Presse liegt ein Schreiben des Rhön-Vorstands an den Siemens-Vorstand vor, in dem es um die Partikeltherapieanlage geht.

Siemens wäre für Wartung verantwortlich

Demnach hat sich die Rhön AG, die das Uni-Klinikum Gießen und Marburg (UKGM) betreibt, mit dem Uni-Klinikum Heidelberg auf die Gründung einer Betriebsgesellschaft geeinigt, die das Partikeltherapiezentrum (PTZ) betreiben soll.  Unter dem Dach der neuen GmbH könnte das PTZ also erstmalig in Betrieb gehen können, so das Szenario. Die Siemens AG würde  laut dem Schreiben den Auftrag für die Wartungsarbeiten der Anlage bekommen. Notwendige Ersatzteile wären ebenfalls über Siemens erhältlich.

Ob die Vereinbarung inzwischen unterschrieben wurde? Rhön-Kommunikationschef Achim Struchholz wollte gestern auf Anfrage der OP keine Details nennen. Dass Angebote vorlägen, zeige doch, dass Rhön kommuniziere und nach einer Lösung suche. Und um die Anlage wirtschaftlich zu betreiben, müsse auch über Geld gesprochen werden.

Zum Hintergrund:

Zwischen 2006 und 2011 errichtete die Firma Siemens, finanziert durch die öffentliche Hand, die Anlage. Die Rhön AG als Betreiber des privatisierten Uni-Klinikums kaufte sie und verpflichtete sich, sie zu betreiben. Im Juli 2011 erklärten Siemens und Rhön aber, dass sich die Anlage nicht rechne. Siemens nahm die Anlage zurück und erstattete Rhön 86 Millionen Euro. Das Land pocht seitdem auf die Inbetriebnahme des PTZ und fordert mindestens 100 Millionen Euro zurück, sollte Rhön nicht bis zum 30. April seinen vertraglichen Verpflichtungen nachkommen.

Die Zeit drängt also: Für die Rhön AG, die sich seit dem Kauf der Marburger Uni-Klinik deutlich verkleinert hat, geht es um viel Geld. Für viele Krebspatienten und Angehörige geht es um neue Hoffnungen. Die Partikeltherapie mit Kohlenstoff- und Wasserstoffteilchen ermöglicht eine neue, präzise Behandlung von bösartigen Tumoren.

Die Marburger Anlage gibt es in vergleichbarer Form in Heidelberg. Dort werden Patienten behandelt. Dass nun die Baden-Württemberger in Marburg die Regie mitübernehmen sollen, ist der hessischen SPD-Fraktion ein Dorn im Auge. Das Partikeltherapiezentrum ist längst ein Politikum. Auch daher halten sich die Verantwortlichen des UKGM derzeit mit Stellungnahmen zurück.

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Rhön-Klinikum AG
Ein Mann liegt am GSI Helmholtz-Zentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt auf einer Liege, auf der Tumorpatienten mit der Partikeltherapie behandelt wurden. Am GSI wurde das Verfahren wissenschaftlich entwickelt. Die technische Anlage kam von der Firma Siemens. Foto: dpa

Nachdem die OP über eine mögliche Einigung über das Partikeltherapiezentrum zwischen den Konzernen Rhön und Siemens berichtete, erklärte Oberbürgermeister Egon Vaupel, dass er nun von mehreren Seiten „positive Signale“ vernehme.

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