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Katzenkinder finden ein Zuhause

Spende für Verein Katzenkinder finden ein Zuhause

Ihr Mauzen ist herzzerreißend. Aber nicht immer werden Katzenbabys artgerecht behandelt. Die Katzenbabyrettung Mittelhessen kümmert sich um den tierischen Nachwuchs.

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Der etwa acht Wochen alte Kater Mike gehört zu den jungen Katzen, die aktuell aus der Pflege in ein neues Zuhause vermittelt werden sollen.

Quelle: Manfred Schubert

Marburg. In Wahlkampfzeiten überbringt ein hessischer Staatsminister auch gerne mal persönlich eine kleinere Fördersumme. Axel Wintermeyer, Chef der Hessischen Staatskanzlei und als solcher auch für ehrenamtliche Arbeit zuständig, ließ jetzt der Katzenbabyrettung Mittelhessen aus nicht abgerufenen Lottogewinnen 500 Euro zukommen.

Er nahm sich darüber hinaus 40 Minuten Zeit, um mit dem Vorstand und den insgesamt 24 zur offiziellen Übergabe ins Hotel Carle gekommenen Mitgliedern über die Arbeit des im März 2012 gegründeten Vereins mit Sitz in Schönstadt zu sprechen. Konkret fragte er nach deren Haltung zu Forderungen nach einer Kastrationspflicht und Kennzeichnungspflicht für freilaufende Katzen. Sein Interesse an dem Verein sei besonders dadurch geweckt worden, dass es wohl der erste und bislang deutschlandweit einzige Verein ist, der sich um die Rettung von Katzenbabys bemüht.

Gestartet war der Verein mit vier Pflegestellen, inzwischen sind es 17 im gesamten Landkreis, 40 Mitglieder und zwölf Fördermitglieder. Im ersten Jahr wurden 180 Katzenbabys aufgenommen und 173 vermittelt, sieben starben. Die finanziellen Kosten für die Aufzucht, dazu gehören spezielle Aufzuchtmilch, Juniorfutter und Tierarztkosten, betrugen 8900 Euro. Besonders zeitaufwändig ist die Pflege neugeborener und ganz junger Katzen, die man Tag und Nacht alle zwei bis drei Stunden füttern und ihnen danach das Bäuchlein ausstreichen muss.

Die Vereinsvorsitzende Conny Pech befürwortete eine Kastrationspflicht und wies auf die Stadt Kassel hin, die mit der entsprechenden Verordnung Vorreiter in Hessen sei. Schatzmeisterin Waltraut Weigel sagte, dass die Umsetzung in erster Linie wegen der Kosten schwierig sei. 100 bis 120 Euro koste die Kastration einer weiblichen Katze. Ein Mitglied berichtete, auf Bauernhöfen habe er oft das Argument gehört, dass kastrierte Katzen keine Mäuse mehr fangen würden, so dass man lieber zweimal im Jahr den Nachwuchs töte.

Ein anderer Teilnehmer betonte, mindestens bei herrenlosen Katzen solle die Kastration vorangetrieben werden. Die Zahl von Giardien befallener Katzen steige. Dies sind Darmparasiten, die auf Wildtiere und auch auf den Menschen übergehen. Die Krankheit ist dann meldepflichtig und erfordert strenge Hygiene sowie langwierige Behandlung mit aggressiven Medikamenten. Ganz grob geschätzt sollen allein in Marburg etwa 200 Katzen ohne Besitzer leben.

Vermittelt werden die Kätzchen ab einem Alter von etwa acht Wochen. Da sie keine Mutter hatten, seien sie sehr auf Menschen bezogen. Sie sollen entweder zu einer bereits vorhandenen Katze kommen oder, das am liebsten, zwei Geschwister ziehen gemeinsam in ihr neues Zuhause. Eine Schutzgebühr soll einerseits einen Teil der Aufzuchtkosten decken, andererseits sicherstellen, dass die Tiere nicht an Labore oder anderweitig verkauft werden. Außerdem wird ein Kastrationspfand erhoben, das der neue Besitzer gegen Nachweis der Kastration spätestens im sechsten Lebensmonat zurückerhält.

Außer über Tierschutzvereine und Tierheime vermittle man die Kätzchen über die Internetseite des Vereins recht erfolgreich, sagte Conny Pech. Sogar bis Hamburg, als es dort einen Mangel an schwarzen Katzen gab. Die Adresse: www.katzenbabyrettung-mittelhessen.de.

von Manfred Schubert

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