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Katzen-Fans schmusen den Stress weg

Tierisch menschlich Katzen-Fans schmusen den Stress weg

Um Katzen das Leben im Tierheim einfacher zu machen, kümmert sich seit 2011 ein Schmuse-Team um die Vierbeiner. Das ist für viele ein Mix aus Freude und dem Ertragen harter Schicksale.

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Marburg. Lars Blume schmust mit Katzen - seit 2011, als einer der ersten in Marburg. „Es kostet nichts und tut nicht weh“, sagt er. Zusammen mit seiner Partnerin Anika Horn und dem Ehepaar Stefan und Bianca Clemen bildet er den „harten Kern“, der Tierheim-Helfer. „Wenn ein Tier seit seiner Geburt hier im Tierheim ist, wie soll es das Vertrauen zu den Menschen denn herkriegen?“, sagt Bianca Clemen. Sie denkt dabei an die schwer vermittelbaren Katzen, etwa Shiva, die seit 2010 im Tierheim lebt. Das Schicksal und die Lebensgeschichte der im Tierheim abgegebenen Katzen berührt sie alle.

„Zu Hause bekommen die Katzen Fressen oder Aufmerksamkeit nach Bedarf. Hier muss man sich aufteilen, um dafür zu sorgen dass jedes Tier was von einem abkriegt“, sagt Clemen, die zu Hause mit Katzen lebt. Auch Blume und Horn haben drei Katzen, eine, Chery, stammt aus dem Tierheim. „Sonst wär sie nie rausgekommen“, sagt Blume. Cherry war im Tierheim eine extrem scheue Katze, die sich inzwischen aber sehr gut in ihrem neuen Zuhause eingelebt hat. Der Kontakt, das Schmusen und Spielen mit den „Katzenschmusern“ helfe den Tieren enorm und unterstütze auch den Vermittlungserfolg der Tierheimbewohner, berichtet Lars. Als Beispiel erzählt er von Bobby, der mit alten, verheilten Brüchen und Ohrmilben ins Tierheim kam und anfangs gekratzt und gebissen hat. Er entwickelte sich zu einer lieben Katze, die zwar ihre Grenzen aufzeigte, aber sich gerne streicheln ließ. Vergangene Woche wurde er in ein neues Zuhause vermittelt.

Internetseite zeigt Alltag der Tiere

Um die Vermittlung weiter zu unterstützen betreibt Lars Blume seit Ende 2012 die Facebook-Seite „Katzenschmuser im Tierheim Cappel in Marburg“.

Hier lädt er Fotos von den Katzen, die er im Tierheim gemacht hat, hoch. Er beschreibt den Charakter der Tiere oder zeigt Vermisstenanzeigen oder Vermittlungsaufrufe von anderen Seiten wie „Katzenbabyrettung Mittelhessen“, die von den „Katzenschmusern“ natürlich auch unterstützt wird.

Auf der Seite postet Lars auch in „Glücksberichten“, wie es den Katzen in ihrem neuen Zuhause geht.

Und Bilder wie von Josy und Shiva die kuschelnd in einem Spieltunnel liegen, geben Einblicke in den Alltag der Tierheim-Bewohner. „Jeder Klick auf ‚gefällt mir‘ kann den Marburger Katzen weiterhelfen“, fordert Blume und hofft auf rege Online-Beteiligung, damit die Katzen noch schneller ein neues Zuhause finden.

Interessierte für das Programm „Katzenschmuser“ können montags und mittwochs von 14 BIS 17 Uhr und donnerstags von 13 bis 15 Uhr sowie freitags bis sonntags von 14 bis 15 Uhr die Katzen im Tierheim besuchen.

von Mareike Bader

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