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Katastrophenhelfer fahren nach Sachsen

Hochwasserhilfe Katastrophenhelfer fahren nach Sachsen

Wie vor knapp elf Jahren machten sich Helfer aus dem Kreis gestern Abend wieder auf in ein Hochwasser-Katastrophengebiet. Bis zur Abfahrt wussten die rund 100 Helfer aber nicht, wohin genau - die grobe Richtung hieß Dresden.

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Marburg. Im Konvoi setzten sich die mehr als 20 Fahrzeuge der Feuerwehren, des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der DLRG gestern Abend um kurz nach 19 Uhr in Bewegung. Erst spät war aus dem Hessischen Innenministerium überhaupt ein erster Einsatzbefehl ausgegeben worden. Gegen 13 Uhr war die Hilfe beim Landkreis angefordert worden, schon um 18 Uhr standen die Helfer fast vollzählig am Landratsamt zur Abfahrt bereit.

Was auf die etwa 100 Frauen und Männer wartet, war gestern noch offen. Sie sollten auf der Autobahn 4 zunächst in Richtung Dresden starten und auf weitere Instruktionen warten. Schließlich mussten binnen kurzem Einsätze von vielen Helfern möglichst sinnvoll koordiniert werden.

Langsame Fahrt zum Einsatzort

Insgesamt schickt Hessen zunächst Helfer aus sieben Landkreisen und von der Landesfeuerwehrschule ins sächsische Hochwassergebiet. Sie werden dort Einsatzkräfte ablösen, die über das Wochenende gegen die Wassermassen gekämpft haben. Die Helfer aus dem Kreis - neben dem DRK und der DLRG sind Kameraden der Wehren aus Biedenkopf, Bad Endbach, Dautphetal, Ebsdorfergrund, Gladenbach, Marburg, Stadtallendorf und Wetter dabei -, sind zunächst für fünf Tage vor Ort eingeplant. Ausgerüstet sind sie für fast alle Fälle. Neben mehreren Hochleistungspumpen, Stromerzeugern und Wasserstaubsaugern zum Trockenlegen von Räumen gehört auch ein Muldenkipper zu den Hilfsfahrzeugen der Lösch- und Katastrophenschutzzüge. Die näherten sich allerdings gestern nur langsam ihrem Ziel. Mehr als 60 bis 70 Stundenkilometer sind mit einigen der Fahrzeuge nicht drin, wie Feuerwehrsprecher Stephan Schienbein berichtete.

 

Hochwasserhilfe. Foto: Tobias Hirsch

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Der Schutz der Bevölkerung im Kreis ist durch den Einsatz in Sachsen nicht vermindert, versicherte Kreisbrandinspektor Lars Schäfer. Dass die Feuerwehren überall im Kreis ihre Einsatzstärke behalten, darauf sei bei der Zusammenstellung des Hilfskonvois natürlich geachtet worden. Dies ist im übrigen der erste derartige Hilfseinsatz seit dem Jahrhunderthochwasser im Sommer 2002, als die heimischen Katastrophenschützer der Bevölkerung im sächsischen Landkreis Delitzsch zu Hilfe kamen. Eine Hilfe, die nachwirkte. Noch heute bestehen freundschaftliche Kontakte zwischen beiden Landkreisen. Die Alarmierung ist noch nicht ausgesprochen, doch auch das Technische Hilfswerk (THW) Marburg bereitet sich auf einen möglichen Hochwassereinsatz vor. Das berichtete der THW-Ortsbeauftragte Jörg Linne gestern auf OP-Nachfrage. Intern und im Hintergrund laufen die Vorbereitungen, damit die Helfer schnell starten können, um in Ost- oder Süddeutschland oder auch im angrenzenden Ausland zu helfen - beim Schutz vor den Wassermengen oder bei der Beseitigung der Schäden. Die Dillenburger und die Gießener Ortsgruppe des THW seien in der Nacht zu gestern bereits alarmiert und ins sächsische Grimma beordert worden, so Linne weiter. Deshalb sei es auch nicht unwahrscheinlich, dass auch die Marburger in Kürze ausrücken werden, so der Stand gestern Abend. Soldaten der Division spezielle Operationen (DSO), die ihren Sitz in Stadtallendorf hat, sind an den Katastropheneinsätzen dagegen bisher nicht beteiligt. „Es gab keine Anforderungen, was sicherlich räumliche Gründe hat“, so gestern Major Thomas Supe, Sprecher der DSO.

von Michael Agricola

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Diese mobile Küche des Deutschen Roten Kreuzes sorgt für die Helfer aus dem Landkreis, die in Dresden in einer Turnhalle untergebracht worden sind.

Der erste Tag im Hochwassergebiet gehörte dem Ankommen - und dem Warten. Die Helfer aus dem Landkreis erreichten um 5 Uhr morgens Dresden. Und warten seitdem auf den Einsatzbefehl.

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