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Karneval zwischen Himmel und Hölle

Rosenmontagsumzug Karneval zwischen Himmel und Hölle

Am Montag fliegen die Kamelle tief. Beim Straßenkarneval wird geschunkelt, gesungen und gebusselt.

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Marburg. Es ist der Höhepunkt der närrischen Zeit. Um Punkt 12 Uhr stellen sich die 14 bunt geschmückten Wagen auf. Drei Kapellen sorgen für ordentlich Ufftata, die Fußgruppen komplettieren den Zug durch die Marburger Innenstadt. Am Straßenrand werden tausende Schaulustige erwartet. Natürlich bunt kostümiert. Marburgs Karnevals-Präsident Friedel Reinhardt freut sich auf die traditionelle Großveranstaltung. „Trotz der Probleme im Vorfeld ist es gelungen, einen großen Zug zusammen zu bekommen. Toll.“

Mit Problemen meint der Jecken-Präsi vor allem die strengeren Auflagen für die Motivwagen. Erfolgte die Freigabe in den vergangenen Jahren durch das Ordnungsamt, so muss jetzt ein Experte vom TÜV die Sicherheit auf den umgebauten LKW-Anhängern überprüfen. Eine Folge des Unfalls der Abi-Parade im vergangenen Jahr, bei der zwei Schüler vom Anhänger stürzten und sich verletzten. Für die Karnevalisten bedeutete diese Entscheidung mehr Aufwand und höhere Kosten. Bis Ende Januar standen nur drei Wagen auf der Liste von Zugführer Toni Ahlendorf.

Von 14 Motivwagen regnet es Konfetti und Kamelle

Die Zeit drängte. Die Stadt kündigte an, von den 200 Euro-TÜV-Kosten 150 Euro zu übernehmen. Eine Nachricht, die bei den Jecken offenbar die Bereitschaft weckte, sich doch mit ihrem Wagen die Strecke zu machen. Die Gäste dürfen sich so auf 14 geschmückte Wagen freuen, von denen es Konfetti, Blümchen und Kamelle regnet.

„Himmlisch-höllische Narretei“ lautet das Motto des Umzugs. Etliche Engelchen und Teufelchen werden demnach auf und neben dem Zug ihr Unwesen treiben. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Der absolute Kostüm-Renner in diesem Jahr dürfte das Krümelmonster sein, das durch den Leibniz-Keks-Klau von Hannover in dieser Karnevals-Saison eine echte Renaissance erlebt. „Wir sind einfach nur froh, den Umzug in dieser Größe stemmen zu können“, sagt Friedel Reinhardt, dem als gebürtigem Mainzer das Karnevals-Gen mit in die Wiege gelegt wurde. „Für die Organisation war das eine Menge Aufwand.“

Nun sind die Zugnummern vergeben. 38 Teilnehmer gehen auf die Strecke. Das Marburger Funkencorps, das Kerstinheim, Gruppen vom Afföller, Ortenberg, Sterzhausen bis Wohra sind bei der Traditionsveranstaltung mit dabei.

Die große Frage aber, die bleibt: Wie wird das Wetter? Prognosen versprechen zumindest halbwegs trockene Verhältnisse. Dann stünde dem jecken Vergnügen nichts mehr im Wege.Dr. Martin Gudd, Wetter-Experte von HitRadio FFH, verspricht Temperaturen um den Gefrierpunkt. Nachts und morgens werden es um die minus drei bis minus vier Grad sein. Zur Mittagszeit klettert das Thermometer in den Plus-Bereich. „Es heißt aber: Warm anziehen und warm schunkeln“, sagt Gudd. Regen zeigt das Wetterradar nicht. Wohl aber Schnee in den Morgenstunden. „Wenn‘s schlecht läuft, sind zu Beginn des Zuges die Straßen gezuckert. Das löst sich aber schnell auf.“

Um 12 Uhr stellt sich der Zug in der Frankfurter Straße und Gutenbergstraße auf. Die Frankfurter Straße wird deshalb ab 12 Uhr in dem Teilabschnitt zwischen Haspel- und der Gutenbergstraße und die Gutenbergstraße ab Frankfurter Straße bis zur Jägerstraße gesperrt. In Bewegung setzt sich der Tross um 13.33 Uhr. Die Route führt über Gutenbergstraße, Universitätsstraße, Rudolphsplatz, Biegenstraße, Deutschhausstraße, Elisabethstraße, Bahnhofstraße, Abfahrt B 3 bis zum Parkplatz des alten Gaswerkgeländes. Die Innenstadt ist von 13 bis voraussichtlich 16 Uhr gesperrt.

von Carsten Bergmann

Hier finden Sie einen Überblick über die Straßensperrungen:  Rosenmontag

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