Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Karfreitag zeigt "unsere Geschichte"

Gottesdienste Karfreitag zeigt "unsere Geschichte"

Zwei besondere Karfreitags-Feierstunden: Im Audimax reichten die Sitzplätze nicht aus, weil so rund 900 Besucher zum Gottesdienst der Studien- und Lebensgemeinschaft Tabor kamen. Und in Elnhausen fand erstmals eine Prozession statt.

Voriger Artikel
Ein Netzteil für alle Niedervolt-Geräte
Nächster Artikel
Lichtermeer erhellt Kirche

Christen in Elnhausen gingen einen Kreuzweg.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg.. Zum traditionellen Karfreitags-Gottesdienst der Studien- und Lebensgemeinschaft Tabor war das Auditorium Maximum des Hörsaalgebäudes der Philipps-Universität am Freitag wieder bis auf den letzten Platz besetzt. Christen von nah und fern waren dafür nach Marburg gekommen. „Seit mehr als 90 Jahren erzählen wir hier in Marburg die Geschichte des Karfreitags“, betonte Tabor-
Direktor Matthias Frey in seiner Begrüßung. „Und die Geschichte ist nicht irgendeine, es ist unsere“, hob er hervor.
„Gott für uns“  mitten im Dunkeln
In der Vergangenheit fand die Veranstaltung mit mehr als 1 000 Menschen immer in der Stadthalle statt. Weil die aber bis kommendes Jahr umgebaut wird, musste Tabor nun zum zweiten Mal ins Hörsaalgebäude einladen. Dort stehen
„nur“ knapp 900 Plätze zur Verfügung, mehrere Gäste verfolgten die Feier deshalb auch noch aus dem Gang durch die offenen Türen.
„Was ziehe ich zum Karfreitag an“, sei eine häufig gestellte Frage, sagte Frey. „Einfach schwarz“ die Antwort. „Denn einmal im Jahr tragen die Christen schwarz“, und zwar an dem Tag, an dem Gottes Sohn für alle Menschen am Kreuz gestorben sei und der Himmel sich zwischen 12 und 15 Uhr verdunkelt habe. Auch in den Kirchen seien die Altäre an Karfreitag gedeckt gestaltet. Die Botschaft heiße aber auch, dass mitten im Dunkeln „Gott für uns“ da ist, leitete Frey zum diesjährigen  Motto über.

Seine Gedanken zum Thema teilte Professor Norbert Schmidt, Direktor der Evangelischen Hochschule Tabor,
mit den Gästen. Für den  musikalischen Rahmen sorgte  Sefora Nelson, eine deutsch-
italienische Sängerin, mit gefühlvollen Popsongs. Wie in die Gebete wurde auch bei den Liedern immer wieder der ganze Saal einbezogen. Auf Applaus solle im Sinne der Besinnung bewusst verzichtet werden, hob Frey hervor.
Kreuzweg  in Elnhausen
Noch keine Tradition hat der Kreuzweg im Stadtteil Elnhausen: Bei Sonnenschein waren 40 Menschen knapp eine Stunde unterwegs. „Das Holz-Kreuz wurde eigens für diesen Tag von einem Elnhäuser Bürger gebaut und wird hoffentlich im nächsten Jahr wieder zum Einsatz kommen“, sagte Vikarin Annalena Wolf von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Elnhausen, die die Gedenk­feier organisiert hatte.
Beginn und Ende des Kreuzweges waren in der Elnhäuser Dorfkirche. Das Kreuz wurde den ganzen Weg über von Konfirmanden getragen. „Das Gottesdienst-Team möchte den Kreuzweg gerne wiederholen und hatte das Gefühl, dass dieser besondere Gottesdienst auf große Resonanz gestoßen ist“, sagte Annalena Wolf der OP.
Vielleicht beginnt in den protestantisch geprägten westlichen Stadtteilen nun also eine neue Tradition an Karfreitag.

von Heiko Krause und Anna Ntemiris

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr