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Kanzler: Finanzierung ist auskömmlich

Mehr Geld, mehr Studienplätze Kanzler: Finanzierung ist auskömmlich

Die Zielvereinbarungen der Landesregierung mit den Hochschulen haben auch Auswirkungen auf die Marburger Universität, die noch einmal 1000 zusätzliche Studienplätze bereitstellen soll.

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Studierende sitzen in einer Einführungsveranstaltung der Orientwissenschaften an der Universität Marburg: In den kommenden Jahren wird die Zahl der Studierenden auch in Marburg noch deutlich ansteigen. Archivfoto

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Vor allem die von der Kultusministerkonferenz prognostizierte deutliche Erhöhung der Studierendenzahlen in den kommenden Jahren ist für die neuen Pläne verantwortlich. Hauptgründe dafür sind die doppelten Abitur-Jahrgänge sowie die erhöhte Studierbereitschaft der Abiturienten. Auf der Grundlage der von den Hochschulen vorgelegten Ausbauplanungen wurde in Gesprächen zwischen dem Wissenschaftsministerium und den einzelnen hessischen Hochschulen vereinbart, wie viele zusätzliche Studienanfänger jeweils aufgenommen werden, erläuterte Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann gestern in Frankfurt.

Bereits in der ersten Phase des Hochschulpakts 2020 hätten die hessischen Hochschulen mehr als 11000 zusätzliche Studienplätze bereitgestellt, so die Ministerin. Und jetzt soll die Zahl gegenüber den bisherigen Planungen noch einmal um 15000 Studienplätze an den hessischen Universitäten und Fachhochschulen erhöht werden.

Für die Marburger Universität bedeutet das, dass die Zielzahlen von 2800 um 1000 auf dann insgesamt 3800 zusätzliche Studienplätze erhöht werden sollen. Nach Angaben von Uni-Kanzler Dr. Nonne wird diese zusätzliche Erhöhung in den kommenden Jahren voraussichtlich einen neuen Höchststand zwischen 24000 und 25000 Studierenden führen. Der Hochschulpakt 2020 war 2007 von Bund und Ländern vereinbart worden, um die Ausbildungschancen der jungen Generation und die Finanzausstattung der Hochschulen zu sichern.

Landesbescheid kamals „Weihnachtsgeschenk“

Einen Teil der zusätzlichen Kosten übernimmt der Bund, den Rest die einzelnen Bundesländer „Die Hochschulen werden ihrer Verantwortung gerecht, und Bund und Länder stehen zu ihren Zusagen“, versprach die Ministerin.

Für Marburg bedeutet das in diesem Jahr 15,5 Millionen Euro zusätzlich, und im Jahr 2014 fließen 18 Millionen Euro aus dem Programm „HSP 2020“ an die Philipps-Universität. Diese Zahlen hatte die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause bereits in der Senatssitzung im Januar verkündet, denn der dazugehörige Bescheid aus der Landeshauptstadt Wiesbaden war schon kurz nach Weihnachten 2012 im Präsidium angekommen.

Den gestern in Wiesbaden von Kühne-Hörmann vorgelegten Zahlen ist aber nun auch zu entnehmen, wieviel Geld jeweils für die Sparten „Personal“, Sachmittel und Gerätebeschaffung“ sowie Bauinvestitionen vorgesehen ist.

Demnach soll 2013 mit rund 12,4 Millionen Euro mehr Personal an der Uni Marburg finanziert werden. Rund 2,8 Millionen Euro sind für Bauinvestitionen vorgesehen. Für Sachmittel soll es rund 256000 Euro geben. Im Jahr 2014 soll vor allem noch mehr Geld für Personal investiert werden: Dafür sind rund 15,2 Millionen Euro vorgesehen, während für Bauinvestitionen rund 2,5 Millionen eingeplant werden sollen sowie für Sachmittel 238000 Euro.

Nonne in Frankfurt

Uni-Kanzler Dr. Friedhelm Nonne war gestern als Vertreter des Marburger Uni-Präsidiums vor Ort in Frankfurt bei der Hochschulleiter-Tagung, bei der die Zielvereinbarungen unterzeichnet wurden. Er freut sich über die Finanzierung. „Das ist ordentlich viel Geld“, betonte Nonne im Gespräch mit der OP. Natürlich könne man mit noch mehr Geld die Hochschul-Ausbildung noch besser ausgestalten, aber insgesamt sei diese Finanzierung „auskömmlich“, erläuterte der Kanzler. „Wir gehen davon aus, dass wir allen Stu­dienanfängern in den kommenden Jahren eine akzeptable und attraktive Ausbildung bieten können“, meint Nonne.

Allein mit den mehr als 12 Millionen Euro, die in diesem Jahr für Personal investiert werden können, könnte man rund 200 neue Mitarbeiter-Stellen schaffen. Nonne betonte jedoch, dass noch nicht ganz klar sei, wieviele zusätzliche Stellen insgesamt geschaffen werden.

Das für die Bauinvestitionen vorgesehene Geld soll vorwiegend in die Sanierung von Hörsälen in der gesamten Universität gesteckt werden, die teilweise schon fast 100 Jahre alt sind.

von Manfred Hitzeroth

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