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Kanuten sollen neue Brücke drehen können

Marburg Kanuten sollen neue Brücke drehen können

Die Stadt will im Herbst eine Drehbrücke am „schwarzen Wasser“, unterhalb der Uferstraße, bauen.

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An dieser Stelle des „schwarzen Wassers“ soll eine kleine Drehbrücke gebaut werden.

Quelle: Anna Ntemiris

Marburg. Auf Höhe der Kanu-Anlage am „schwarzen Wasser“ soll im Herbst eine Drehbrücke gebaut werden. Das bestätigte Bürgermeister und Baudezernent Dr. Franz Kahle (Grüne) der OP. Die Stadt will eine neue Brücke für Fußgänger schaffen, die von den Lahnwiesen unterhalb der Uferstraße zur Lahnstraße oder zum Behördenzentrum gelangen könnten.

Oder anders: Fuß- und Radfahrer, die von Richtung Hauptbahnhof kommen, könnten einen naturnahen, kurzen Weg in die Stadt haben, so die Idee, die nun umstritten ist. Der Marburger Kanu-Club hätte dort am liebsten wie bisher gar keine Brücke, wie der stellvertretende Vorsitzende Rolf Karges sagte. Der Grund: Es handelt sich dort um eine der wenigen Wildwasserstrecken in Hessen, die stadtnah liegen. Kanuten nutzen diese Strecke daher sehr gern für ihren Sport, erklärte Karges. Kahle sagte, dass eine Drehbrücke daher ein Kompromiss sei. Eine bewegliche Brücke kann sich um 90 Grad drehen, sodass die Kanuten freie Fahrt haben, ohne mit den Paddeln gegen die Brücke zu schlagen. Immer dann, wenn der Kanu-Club die Wildwasserstrecke nutzen wolle, könne er die Brücke wegdrehen.

Fußgänger sollten – ähnlich wie bei Hochwasser – durch entsprechende Schilder darauf aufmerksam gemacht werden. Die Baukosten in Höhe von 60.000 Euro werden laut Kahle durch das Konjunkturprogramm getragen. Anwohner sehen Probleme in der Umsetzung. „Woher soll man wissen, wann die Brücke offen ist. Man muss mit Umwegen rechnen“, so eine Anwohnerin. Andere fragen sich, ob dort überhaupt eine Brücke nötig sei.

Anwohner des Biegenviertels, aber auch die SPD Marburg-Mitte hatten nach eigenen Angaben versucht, Genaueres zu erfahren, doch bislang „noch nichts gehört“. Das wundert Kahle, die Pläne seien fertig und seien bereits vor einem Jahr im Zuge der Lahnstudie öffentlich vorgestellt worden, so auch im Bau- und Planungsausschuss.

Auch der Vorsitzende des SPD-Stadtverbands und Ortsvereins Mitte, Steffen Rink, kritisiert das Projekt. Auf der jüngsten Sitzung des SPD-Ortsvereins Mitte hätten die Genossen einvernehmlich Unverständnis über die Drehbrücke geäußert. „Was ist, wenn die Brücke für den Rad- und Fußgängerverkehr weggedreht ist? Dann müssen doch wieder alle die gefährliche Strecke über die Robert-Koch-Straße nehmen“, fasst Rink die Kritik zusammen. Es sei nicht geklärt, wer die Verantwortung für die Brücke übernehme. „Wir verstehen nicht, was diese Brücke soll“, so Rink.

Bürgermeister Kahle wiederum versteht die Kritik nicht: Wenn Hochwasser sei, könne man manche Radwege an der Lahn auch nicht nutzen und müsse umdrehen. „Ich kann solche Einwände nicht nachvollziehen“, so Kahle. Offensichtlich habe Rink noch wenig Kenntnis über das Thema. Rink ist zudem in Sorge, dass mit dieser Brücke alle Pläne einer „wirklichen Wegebeziehung“ von der Uferstraße bis zur Lahnbrücke und der geplanten Promenade am neuen Gelände der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) „auf Eis“ gelegt werden. Das Gegenteil sei der Fall, so Kahle. Die neue Brücke werde genau in diese Pläne eingebunden.

von Anna Ntemiris

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