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Kann man Chemie-Altbau umnutzen?

Studenten erarbeiten Vorschläge Kann man Chemie-Altbau umnutzen?

Die Zukunft des Chemie-Altbaus und weiterer Marburger Systembauten aus den 60er Jahren steht im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 3. Februar, ab 18.30 Uhr im Stadtverordnetensitzungssaal.

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Die Chemie-Gebäude auf den Lahnbergen stehen seit Herbst 2014 leer.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. „Umnutzung der denkmalgeschützten Bauten im Campus 2 auf den Lahnbergen“: Das ist das Thema der öffentlichen Veranstaltung der Agenda-Gruppen am Mittwoch. Die Präsentation einer Gruppe von Studierenden der Technischen Hochschule München unter Leitung von Professorin Silke Langenberg wurde von Agenda-Sprecher Gerhard Haberle initiiert.

Die Studierenden erarbeiteten nach einer Besichtigung in Marburg insgesamt acht Vorschläge dafür, wie man weiter mit den leerstehenden ehemaligen Gebäudekomplexen im Altbau Chemie umgehen könnte. Unter anderem haben sie die Frage untersucht und Vorschläge dafür erarbeitet, wie man die ehemaligen Naturwissenschaftsgebäude in Studentenwohnheime umwandeln könnte.

„Systembauten“ stehen unter Denkmalschutz

Silke Langenberg ist Professorin an der Fakultät für Architektur der TH München. Ihr Hauptforschungsinteresse gilt neben der Optimierung von Bauprozessen Fragen der Entwicklung und langfristigen Erhaltung von Systembauten.

Bereits im Herbst 2014 erfolgte der Umzug der Uni-Chemiker aus diesem Altbau in den nur wenige Meter entfernten Neubau auf den Lahnbergen. Seitdem steht der Chemie-Altbau leer. Errichtet worden war dieser Gebäudekomplex in den 60er und 70er Jahren. Die nach einem speziellen Fertigbaukonzept errichteten „Marburger Systembauten“ stehen wie auch andere Bauten auf den Lahnbergen wie beispielsweise das ehemalige Staatsbauamt unweit des Neuen Botanischen Gartens unter Denkmalschutz.

Diese Tatsache ist auch der Grund dafür, dass der ursprüngliche Plan der Marburger Uni-Leitung nicht verwirklicht wurde, die alten Chemie-Bauten abzureißen und an dieser Stelle Neubauten zu errichten. Denn zunächst herrscht aus Denkmalschutzgründen Bestandsschutz für diese Bauten.

Ersatz für alternden Biologie-Bau?

Doch was sind die derzeitigen Pläne des Marburger Uni-Präsidiums für die weitere Nutzung der leerstehenden alten Chemie? „Man hat in den 60er und 70er Jahren viel großzügiger als heute gebaut. Für eine eventuelle Sanierung bedeutet das aber relativ hohe Kosten“, erläutert die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause im Gespräch mit der OP.

Der Masterplan für den naturwissenschaftlichen Uni-Campus auf den Lahnbergen sieht an dieser Stelle eine Nutzung durch die Naturwissenschaften vor. Auch deswegen gab das Uni-Präsidium ein Gutachten zur Frage in Auftrag, ob man das Chemie-Gebäude nach einer Sanierung als Ersatzbau für den ebenfalls in die Jahre gekommenen Biologie-Bau nutzen könne.

Diese Studie zu einer möglichen Biologie-Unterbringung ist jetzt gerade fertig geworden, erklärte Krause. Das erste Ergebnis: Prinzipiell ist eine Sanierung und anschließende Umgestaltung möglich. Das würde aber insgesamt rund 130 Millionen Euro kosten und somit sogar rund 20 Millionen Euro mehr, als das neue Gebäude für den Fachbereich Chemie gekostet hat.

Wie soll es also weitergehen? Darüber müsse jetzt auch mit dem Wissenschaftsministerium diskutiert werden, meinte die Präsidentin auf Anfrage der OP. Klar sei, dass der Chemie-Altbau nicht ein Jahrzehnt leerstehen könne. Allerdings sieht Krause derzeit keinen akuten Handlungsbedarf.

Nutzung als Wohnraum unwahrscheinlich

Schließlich sei das Gebäude gesichert und müsse nicht sofort abgerissen werden. Außerdem müsse der unsanierte Gebäudekomplex auch nicht geheizt werden. Dass die Studierenden aus München nun Ideen für die Weiternutzung entwickelt haben, gefällt der Präsidentin.

Sie freut sich grundsätzlich über einen neuen „Pool von Ideen“, sagt Krause, die vorab schon einmal von Professorin Langenberg die Ideen-Entwürfe zugesandt bekam. Allerdings kann sie sich nicht vorstellen, dass die ehemaligen Chemie-Gebäude als Wohnungen umgenutzt werden können. Das ist übrigens auch nicht der Ansatz des Magistrats, wie Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) während der vergangenen Bauausschuss-Sitzung erläuterte.

Es solle auf den Lahnbergen kein neuer Stadtteil entstehen, sagte Kahle. So solle es zusätzlich zu der Nutzung durch universitäre Zweckbauten dort keine Wohnbebauung, aber auch keine Läden geben, erläuterte Kahle die aktuelle Beschlusslage.

von Manfred Hitzeroth

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