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Kandidaten geben sich trotz Terminstress betont gelassen

OB-Wahl ohne Streit Kandidaten geben sich trotz Terminstress betont gelassen

Der Countdown hat begonnen: Es sind noch vier Wochen bis zur Oberbürgermeisterwahl.

Marburg. Oder in der Zeitrechnung der Parteien und Kandidaten ausgedrückt: Es stehen nur noch fünf Samstage zur Verfügung, an denen möglichst viele Menschen an Wahlkampfständen persönlich angesprochen werden können. Wer nicht durch die Stadt flaniert und die Wahlbroschüren oder Werbegeschenke einsammelt, kann ab Montag fast täglich eine Podiumsdiskussion besuchen, um die Kandidaten hautnah zu erleben.

Der Wahlkampf wird in der Quantität härter, weil so viele Veranstaltungen anstehen und die Kandidaten bei möglichst vielen ihr Gesicht zeigen wollen. Dr. Thomas Spies (SPD), Dirk Bamberger (CDU), Dr. Elke Neuwohner (Grüne), Jan Schalauske (Die Linke), Rainer Wiegand (parteilos) und Marius Beckmann (Die Partei) betonen aber, dass sie weder Stress noch Druck spüren.

Durchhaltevermögen und Spaß am Wettbewerb

Im Gegenteil: Man sei „gelassen“, „umso motivierter“, fühle sich bestätigt, heißt es unisono. Sie betonen Stärke, Durchhaltevermögen und Spaß am Wettbewerb. Die OP hat den Kandidaten in den vergangenen Tagen auf den Zahn gefühlt, viele Fragen gestellt. Und sie hat sie mit der Aktion „Was sehen Sie?“, bei denen die Kandidaten spontan ein Foto interpretieren sollten, überrascht. Auch das „Wahlgezwitscher“ mit kurzen Fragen und Antworten brachte teilweise einen neuen Zugang zu Inhalten und Personen. In die Tiefe gehen die OP-Interviews, die in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Dabei zeigt sich, dass sich die Auffassungen zum Amt des Oberbürgermeisters und zur Wahl an sich bei zwei Kandidaten von denen der anderen unterscheiden.

So spricht der Satiriker unter den Kandidaten, Marius Beckmann, beispielsweise vom Stimmvieh und Rainer Wiegand betont mehr seine persönlichen Grundsätze als politische Inhalte. Bei aller Unterschiedlichkeit sind die Positionen der Bewerber im Vergleich zu Vorjahren recht nahe beieinander. Die großen Streitpunkte fehlen. Das haben auch die Kandidaten selbst festgestellt, sind teilweise gar nicht so glücklich über diese Harmonie. Wenn alle zu ähnlich sind, habe der Wähler womöglich keine Lust, wählen zu gehen - so lautet eine der Überlegungen, die keiner der siegessicheren Politiker laut sagen würde.

Bisher mehr als 1500 Briefwähler

Zur Wahl sind übrigens schon 1562 Bürger gegangen. So viele Briefwähler zählte das Wahlamt der Stadt bis Freitagmittag, erklärte Hauptamtsleiter Helmut Hofmann auf Anfrage der OP. Davon gaben 210 Bürger ihre Stimme direkt im eigens eingerichteten Wahlbüro im Rathaus ab, die Mehrheit aber schickte ihre Briefwahlunterlagen per Post oder Einwurf ab. Die Zahl der Briefwähler sei vergleichsweise schon hoch, so Hofmann. Briefwahl ist nämlich erst seit einer Woche möglich. Vor vier Jahren gab es insgesamt 5503 Briefwähler in Marburg - aber damals fand die OB-Wahl und die Kommunalwahl am gleichen Tag statt.

Für das OP-Wahlforum am 2. Juni, ab 19.30 Uhr im DVAG-Kongresszentrum gibt es noch Restkarten. Die kostenfreie Einlasskarten müssen persönlich und gegen Registrierung des Namens im Lesershop der OP abgeholt werden. Pro Person stehen zwei Karten zu Verfügung. Am Samstag ist die Abholung im Lesershop im Schloßbergcenter möglich.

von Anna Ntemiris

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