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Kampf gegen Katzenpilz ist gewonnen

Tierheim wieder geöffnet Kampf gegen Katzenpilz ist gewonnen

Wegen eines Pilzes war das Tierheim in Cappel nahezu drei Monate lang geschlossen. Jetzt ist die Bedrohung gebannt.

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Stella Weber aus Biedenkopf schmust mit Katze Vanda, doch am Ende nimmt ihre Familie die Katze Stella mit, die genauso heißt wie die Mutter der Familie Weber.

Quelle: Yannick Bakhtari

Marburg. Tierfreunde aufgepasst: Hunde, Katzen, Vögel, Kaninchen, Schlangen und andere Tiere im Marburger Tierheim warten nicht nur auf ein neues Zuhause, sondern dürfen nun auch wieder von Tierliebhabern umgarnt werden. Wieder? - Genau, zuvor war das Tierheim monatelang dicht. Der Grund: Katzenpilz.

Über eine neu zugegangene Katze war die sogenannte Mikrosporie in das Tierheim gelangt und breitete sich dort rasend schnell und äußerst „aggressiv“ aus, erklärte die neue Leiterin Stefanie Hecklinger. Jahrelang war sie im Tierheim tätig, seit nunmehr einer Woche leitet sie das Heim. Ein Fulltime-Job, der ihr aber Spaß mache.

Um den Katzenpilz loszuwerden, putzten Hecklinger und ihr Team täglich das gesamte Heim, bearbeiteten jedes noch so kleine Fleckchen mit einem Ozongerät, das die Pilzsporen abtötete. Zudem mussten die tierischen Bewohner jeden Tag aufs Neue mit Tabletten versorgt werden, um bereits erkrankte Tiere zu behandeln und alle anderen vorsorglich gesund zu halten.

30 von 115 Tiere befinden sich in Behandlung

Wenn Tiere mit Katzenpilz infiziert sind, haben sie meist keine Symptome, doch kreisrunder Haarausfall an Ohren, Gesicht und Pfoten sei oft ein Indiz für eine Erkrankung, erklärte die Heimleiterin. Beim Menschen verhalte es sich ähnlich, die Symptome seien dann allerdings „kreisrunde rote Stellen mit hellerem Rand“. Der Pilz fällt aber vor allem geschwächte Lebewesen an. Dazu Hecklinger: „Das kann beispielsweise beim Menschen schon einfacher Stress sein, aber vor allem Kranke, wie etwa Menschen in der Chemotherapie, infizieren sich mit allergrößter Wahrscheinlichkeit.“

Nicht alle Tiere sind bis dato genesen, etwa 30 von insgesamt 115 befinden sich noch in Behandlung, so Hecklinger. „Das bedeutet allerdings nicht, dass alle 30 krank sind, manchmal mussten wir ‚Zimmergenossen‘ prophylaktisch zusammen in Quarantäne stecken.“ Zum Glück komme eine derartig ungebremste Ausbreitung einer Krankheit fast nie vor, „in meinen vier Jahren beim Tierheim Cappel bisher erst das eine Mal“, beteuerte Hecklinger.

Doch gerade in dieser Zeit, während der letzten drei Monate, sei das Tierheim mit seinem gestiegenen Arbeitsaufwand nicht im Stich gelassen worden. „Generell bekommen wir immer wieder mal Geld- und Futterspenden, dennoch heißt das nicht, dass das ausreicht. Wir brauchen und sind froh über jede Unterstützung“, sagte die Heimleitung.

So verkauft das Tierheim einen neuen Kalender mit Tierfotos bereits vermittelter Tiere in ihrem neuen Zuhause, um Projekte zu finanzieren. „Projekte“ sind vor allem Nahrung und medizinische Versorgung. Außerdem kümmern sich etwa 50 regelmäßige Ehrenamtliche und weitere Menschen darum, mit den derzeit 80 Katzen zu spielen oder die 25 Hunde Gassi zu führen.

Für Hecklinger steht fest: „Das könnten wir fünf Festangestellten gar nicht alles alleine schaffen.“

von Yannick Bakhtari

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