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Kampf den Schlangen in der Hauptpost

Stadtparlament Kampf den Schlangen in der Hauptpost

Das Marburger Stadtparlament verlangt von der Deutschen Post einen besseren Service für die Kunden der Hauptpost in der Bahnhofstraße.

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Wer in der Hauptpost ein Paket abgeben will, muss sich auf lange Wartezeiten gefasst machen. Das Stadtparlament will, dass sich das ändert.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Mit einem Dringlichkeitsantrag reagierte die Fraktion der Marburger Linken am Freitagabend auf einen OP-Bericht aus der vergangenen Woche. Danach beklagen Postkunden derzeit Wartezeiten von bis zu einer Stunde. Lange Schlangen winden sich bis auf die Bahnhofstraße. In der Begründung des Antrags sagte der Linken-Stadtverordnete Jan Schalauske, die Wartezeiten für Privat- und Geschäftskunden seien gleichermaßen unzumutbar. Er erinnerte an die in der OP zitierte Servicerichtlinie der Post, nach der kein Kunde länger als fünf Minuten warten soll.

„Aber auch die Mitarbeiterinnen der Post sind die Leidtragenden“, ergänzte die Linke. Sie müssten den Stress ausbaden. Manchmal seien nur ein oder zwei der vier Schalter besetzt.

Schalauske führte die personelle Ausstattung der Post auf die Unternehmensstrategie des Konzerns zurück. Bei der Privatisierung in den 90er Jahren sei versprochen worden, die Post werde billiger, besser und bürgernäher. Das Gegenteil sei der Fall. Heute stehe die Post für die Präkarisierung von Arbeitsverhältnissen, für Arbeitsverdichtung und für Leistungsabbau. Schalauske folgerte daraus die Notwendigkeit, den Postdienst als Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge zu betrachten.

Diese Grundsatzdebatte wollte Oberbürgermeister Egon Vauepl (SPD) nicht führen. Auch das Stadtoberhaupt sagte aber, das Angebot der Post sei „ergänzungsbedürftig“. Nach seinen Informationen solle sich die Situation in der Hauptpost schon verbessert haben, es sei aber dennoch richtig, dass die Stadt die Post AG auf Mängel in der Versorgung der Bevölkerung hinweise. Wenn Schlangen bis auf die Bahnhofstraße reichten, dürfe die Stadt nicht schweigen.

Das Parlament stimmte dem Dringlichkeitsantrag einstimmig zu.

Elisabethkirche soll montags wieder öffnen

Die Stadt Marburg solle unverzüglich dazu beitragen, dass die Elisabethkirche an Montagen wieder geöffnet und an allen Wochentagen im Sommer bis um 18 Uhr geöffnet hat, forderte die CDU-Stadtverordnete Anni Röhrkohl in einem Dringlichkeitsantrag. Es müsse dringend etwas geschehen, weil die Sommersaison und damit die Reisezeit begonnen habe. Röhrkohl berichtete von Pilgerinnen, die montags vor der geschlossenen Elisabethkirche standen und darüber „über alle Maßen enttäuscht“ waren. Die Schließung des Gotteshauses für Besucher an Montagen sei für das Image der Stadt noch schlimmer als erahnt, sagte Röhrkohl. „Es sollte im Interesse der Stadt liegen, dass kein Marburger Gast, der wegen dieses Kulturgutes unsere Stadt besucht, sie unverrichteter Dinge wieder verlässt“.

Oberbürgermeister Egon Vaupel gab sich in seiner Erwiderung vorsichtig optimistisch. Propst Helmut Wöllenstein und Bischof Martin Hein hätten signalisiert, dass die Evangelische Kirche zu einer Lösung bereit sei. Die Elisabethkirchengemeinde hatte die montägliche Schließung wegen des Sparzwangs für alle Kirchengemeinden beschlossen. Vielleicht schon in der nächsten Woche, so Vaupel, solle ein Gespräch stattfinden, von dem er eine Änderung der Situation erwarte. „Frau Röhrkohl hat ja Recht: Die Schließung der Elisabethkirche ist ein fatales Signal für Marburg.“ Angesichts der bevorstehenden Gespräche wurde die Dringlichkeit aber abgelehnt.

von Till Conrad

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