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"Kalt-Wasser-Welle" schwappt durch Landkreis

Spaß-Wettbewerb der Hilfskräfte "Kalt-Wasser-Welle" schwappt durch Landkreis

Sie retten Leben. Sie stehen Menschen in Gefahrensituationen bei. Sie sind die Helden des Alltags. Aber im Internet stellen sich heimische Hilfskräfte nun ganz anderen Herausforderungen.

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Die Feuerwehr Kirchhain war nach ihrer „Cold-Water-Challenge“ nass bis auf die Socken (Foto von links oben nach rechts unten), die Feuerwehr Niederasphe flutete ein Auto, die DLRG Marburg stürzte sich in die Lahn, die Feuerwehr Anzefahr ließ eine Pfütze über sich ergießen und die Feuerwehr Wohra fuhr auf Bobbycars durch eine Wasserfontäne. Alles zur Stärkung des Teamgeistes.

Quelle: Nadine Weigel

Anzefahr. Ein regnerischer Tag in Anzefahr. Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr stehen auf einem schlammigen Feldweg an einer tiefen, dreckigen Pfütze. Ein Feuerwehrauto rast heran, pflügt durch die Pfütze und spritzt die Männer und Frauen von oben bis unten nass. Herausforderung bestanden.

Die sogenannte „Cold Water Challenge“ (die Kalt-Wasser-Herausforderung) grassiert momentan im Internet und verleitet die heimischen Rettungskräfte dazu, sich ordentlich nass zu machen. Das Ganze funktioniert im Schneeballprinzip: Eine Wehr oder Rettungstruppe wird nominiert, innerhalb von 48 Stunden einen Videoclip ins Netz zu laden, der belegt, dass sich die Mitglieder - auf möglichst originelle Weise - nass gemacht haben. Klappt das nicht, müssen die Herausforderer zum Grillabend eingeladen werden.

 

Jeder Teilnehmer nominiert drei weitere

Jeder Teilnehmer nominiert drei andere - und so schwappt derzeit eine Welle aus „Kalt-Wasser-Videos“ durchs Netz und nimmt immer kuriosere Formen an: Die Feuerwehr Holzhausen im Hinterland zum Beispiel stürmt das Freibad, die Mitglieder der Rettungswache Albshausen stürzen sich in einen Tümpel, die Kameraden der Feuerwehr Wohra rollen auf Bobbycars durch eine Löschwasserfontäne und die Niederaspher fluten ein Auto und quetschen sich durch das Schiebedach hinein.

„Das ist doch eine super Sache, es ist beeindruckend, was für tolle Ideen schon dabei entstanden sind“, sagt Dirk Bamberger von der DLRG Marburg. Auch die schwimmenden Lebensretter haben mitgemacht und sich in die Lahn gestürzt. Bamberger weiß natürlich um die Gefahren, vor allem auch, weil es in den USA einen Unfall im Zusammenhang mit einer ähnlichen „Cold-Water-Challenge“ gab: In Minnesota ertrank ein 16-Jähriger, als er allein in einen kalten See sprang. „Das ist Wahnsinn und sollte man nicht machen“, betont Bamberger, verweist aber darauf, dass es bei der heimischen Aktion nicht darum gehe, eine riskante Mutprobe zu bestehen, sondern auf kreative Weise den Teamgeist zu stärken. Das sieht auch Frank Nau von der Feuerwehr Kirchhain, die aus einem qualmenden Wagen in voller Montur in ein Wasserbecken gesprungen ist, ähnlich: „So eine spaßige Aktion fördert den Zusammenhalt und das ist wichtig, weil wir in Gefahrensituationen immer im Team agieren müssen.“

Und so wird die „Kalt-Wasser-Welle“ wohl weiter durch den Landkreis schwappen. Es bleibt spannend, was sich die Rettungskräfte noch so einfallen lassen.

von Nadine Weigel

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