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Kaiser-Wilhelm-Turm wäre vom Mast überragt

Seilbahn Kaiser-Wilhelm-Turm wäre vom Mast überragt

Die Bürgerinitiative gegen eine Seilbahntrasse in Marburg (BI Geist) hält auch nach der Prüfung der veröffentlichten Machbarkeitsstudie an ihrer Ablehnung der Seilbahnpläne fest.

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Für Seilbahngegner ein Schreckensszenario: Die Masten würden den historischen Kaiser-Wilhelm-Turm auf Spiegelslust überragen.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. „Eine Seilbahn in Marburg ist überflüssig und wird nicht gebraucht“, sagen Seilbahngegner, die sich in der BI Geist zusammengeschlossen haben.

Das Ingenieurbüro Schweiger aus Sonthofen hatte im Dezember eine „technische Machbarkeitsstudie“ veröffentlicht, die zu dem Ergebnis kommt: Eine Seilbahnverbindung vom Lahntal auf die Lahnberge ist technisch machbar.

Die BI Geist kritisiert im OP-Gespräch unter anderem massive Beeinträchtigungen des Stadtbildes. Schweigers Vorschlag sieht eine Talstation in der Ufer- oder der  Savigny-Straße, eine Mittelstation im Ludwig-Schüler-Park und eine Bergstation nahe der Lahnberge-Mensa vor (die OP berichtete). Die Trasse vom Ludwig-Schüler-Park bis zur Lahnberge-Mensa verliefe zunächst oberhalb des Blitzweges zu Spiegelslust. Die Überfahrhöhe über den Häuserfirsten soll mindestens 20 Meter betragen, so der Plan des Ingenierbüros.

Für BI-Mitglied Dr. Arne Schmitt ist die zwingende Schlussfolgerung, dass die Masten für diesen Trassenabschnitt  den Kaiser-Wilhelm-Turm auf Spiegelslust (36 Meter) überragen.
Schmitt macht folgende Rechnung auf: Die Häuser am oberen Blitzweg sind bis zu 15,5 Meter hoch. Bei einem zugesagten Höhenabstand von 20 Metern, der Kabinenhöhe und dem Verbindungsdübel zwischen Kabine und Seil komme man auf ein Höhe von mindestens 40 Metern für die Stützmasten.

Für Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) ist diese Frage nicht das Kernthema. Schon heute gebe es in unmittelbarer Nähe des Kaiser-Wilhelm-Turms Bauwerke, die diesen deutlich überragen – etwa den Telekom-Funkmast, sagt Kahle der OP.

Der Bürgermeister hatte in der öffentlichen Präsentation der Studie zugesagt, noch einmal über die Trasse zu reden, wenn es Diskussionsbedarf gebe. Gemeldet hätten sich nur zwei Seilbahnbefürworter, die eine direkte Anbindung an den Hauptbahnhof befürworten. „In diesem Stadium kann über alles geredet werden, mein Angebot steht noch“, sagt Kahle der OP.

Planfeststellungsverfahren notwendig

Ähnlich kritisch wie über die Masten äußert sich die BI über die Ausmaße der Talstation in der Uferstraße/Savignystraße: Ein zweieinhalbgeschossiges Bauwerk, das mindestens eine Länge von 40 Metern haben müsste, kalkulieren die Seilbahngegner. „Monströs“ nennt Professor Georg Friedrich die Ausmaße und stellt die Frage, ob die Befürworter eines solchen Baus die Meinung von Anwohnern oder den umliegenden Schulen eingeholt hätten.   

Kahle  verneint dies, es habe sich auch noch niemand bei ihm gemeldet. Für den Bau der Talstation  im Lahnbereich sei ohnehin ein Planfeststellungsverfahren notwendig. Erst in diesem Zuge könnten Vorstellungen über die Station konkretisiert werden.

Haushaltsmittel für die Konkretisierung der Seilbahnpläne sind im Entwurf des Doppelhaushalt 2015/2016 nicht vorgesehen.

Kahle sagt im OP-Gespräch, er wolle die Pläne erneut öffentlich vorstellen und die Stadtverordneten gesondert informieren. „Für die weiteren Schritte liegt der Ball dann beim Stadtparlament.“

von Till Conrad

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