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Kahlschlag: Ast um Ast weicht die alte Eiche

Kahlschlag: Ast um Ast weicht die alte Eiche

Schweres Gerät wurde gestern Morgen im Südviertel aufgefahren, um einem alten Marburger Bewohner auf den Leib - oder besser, den Stamm zu rücken.

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Lärm im Südviertel: Ein mächtiger Ast fällt zu Boden, nachdem ein Arbeiter ihn mit der Motorsäge vom Stamm getrennt hat. Foto: Dennis Siepmann

Marburg. Sie war eines der 13 Naturdenkmäler in Marburg. Die Betonung liegt auf war. Denn die etwa 250 Jahre alte Eiche musste gestern von ihrem Platz an der Friedrichstraße weichen. Grund war ein Pilzbefall im Stammbereich des 24 Meter hohen Baumes.

Standsicherheit nicht mehr gegeben

Der tropfende Schillerporling, so der Name des Pilzes, hatte sich so weit ausgebreitet, dass die Standsicherheit der Eiche nicht mehr gegeben war. Dies stellte ein Sachverständiger bei einer Untersuchung fest, sodass die Fällung angeordnet wurde.

Bereits gegen sieben Uhr rückten die sechs Kräfte des Baumpflegedienstes Neusel aus Sterzhausen an. Mit Hilfe eines Kranes gelangte einer der Arbeiter in den Bereich der Krone. Unter dem Aufheulen der Motorsäge fiel dann Ast um Ast des alten Baumes zu Boden. Die kleineren Äste wurden vor Ort in einen Häcksler geworfen, die größeren Stämme gelangten auf einen Lkw und wurden abtransportiert.

Pilzbefall bereits 1998 festgestellt

Der Pilzbefall an der alten Eiche wurde bereits im Jahr 1998 festgestellt. In den Jahren 2005 und 2008 schnitten Baumpfleger die Krone um mehrere Meter zurück, um dem Wind weniger Angriffsfläche zu bieten. Dies sollte dem Baum noch einige Jahre geben.

Dass der Baum nun gefällt werden müsse, ist für Landschaftsgärtner Frank Neusel eine Frage der Vernunft. Schließlich könne es in Zukunft bei starkem Wind schon gefährlich für Passanten werden. Die Arbeiten dauerten bis in den Nachmittag hinein.

von Dennis Siepmann

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