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Kahle: „Denkmalhauptstadt Hessens“

Fachwerktriennale Kahle: „Denkmalhauptstadt Hessens“

Zum dritten Mal hat die Universitätsstadt Marburg an der Fachwerktriennale unter Federführung der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Fachwerk-städte teilgenommen, diesmal mit dem historischen Schwanhof.

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Der Schwanhof gilt als gelungenes Beispiel des Denkmalerhalts.

Quelle: Heiko Krause

Marburg. Die seit 2009 alle drei Jahre stattfindende Fachwerktriennale versteht sich als Forum für Stadtentwicklung in den historischen Fachwerkstädten Deutschlands. Durch die Entwicklung neuer oder die Präsentation bereits bewährter innovativer Konzepte und Maßnahmen soll ein Beitrag für die Zukunftsfähigkeit der Fachwerkstädte und den Erhalt ihres wertvollen kulturellen Erbes geleistet werden.

18 Städte haben bei der Fachwerktriennale 15 ihrer Projekte unter dem Motto „Impulse der Wirtschaft“ präsentiert. Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) empfing die Organisatoren und Vertreter der anderen Städte, darunter auch einige Stadtoberhäupter, zunächst im Historischen Saal des Rathauses. Denkmalschutz werde in der Universitätsstadt „mit Herz und Seele“ betrieben, hob Kahle hervor. „Wir fühlen uns ganz unbescheiden als Denkmalhauptstadt Hessens“, fügte er hinzu. Seit etwa zehn Jahren unterstütze die Stadt Eigentümer freiwillig finanziell, wenn sie ihre Häuser etwa mit neuen Fenstern ausstatteten oder ein Dach sanierten, und zwar mit bis zu 50 Prozent.

Als Marburger Beispiel gelungenen Denkmalerhalts wurde der Schwanhof präsentiert. Laut Auskunft des Eigentümervertreters Rolf Niderehe kann er auf eine 500-jährige Geschichte zurückblicken. Damals habe ihn der reiche Marburger Bürger Hermann Schwan außerhalb der Stadt errichtet. Zu den frühneuzeitlichen Fachwerkgebäuden seien Mitte des 19. Jahrhunderts die heute noch prägenden Sandsteingebäude der stattlichen Vierflügelanlage hinzugekommen. Sein Urgroßvater Peter Niderehe habe das Gelände in den 1870er Jahren erworben, so Niderehe, und fortan bis 1956 sei dort eine Tabakfabrik gewesen, die sein Vorfahr Stefan Niderehe 1817 noch in Weidenhausen gegründet hat.

Nachdem die Fabrik mangels Nachfrage stillgelegt worden war, diente sie laut Niderehe zunächst nur noch als vermietetes Lager. Heute gebe es eine Vielzahl an gewerblichen Mietern, so Niderehe. Wie Niderehe und Stadtplaner Reinhold Kulle berichteten, sei im Jahr 2004 das heutige Erscheinungsbild des Schwanhofs mit seinem großen Platz auch als Begegnungsstätte entstanden. Bereits seit 2008 seien Renovierungsarbeiten getätigt worden, sagte Niderehe. Insgesamt hätten die Eigentümer etwa zwei Millionen Euro investiert. Er bedauerte, dass die Außenfassade zur Schwanallee noch nicht grundlegend saniert ist. Leider seien die finanziellen Möglichkeiten begrenzt, zumal derzeit viel in den Brandschutz investiert werden müsse. Eine ganze Zeit lang sei der Schwanhof auch Poststation gewesen, erfuhren die Gäste. Neben den unterschiedlichen Gewerbebetrieben und Vereinen auf dem heutigen Gelände gebe es dort auch ein Studentinnenwohnheim.

von Heiko Krause

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