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Käsefuß-Sohlen und ein Energiepatent

Jugend forscht Käsefuß-Sohlen und ein Energiepatent

Kreative junge Nachwuchs-Forscher und innovative Ideen aus Naturwissenschaft und Technik begeisterten die Jury des Wettbewerbs „Jugend forscht“. Und gleich mehrere Schüler aus dem Landkreis errangen Preise.

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Großes Interesse und innovative Forschungsstimmung herrschte am dreizehnten Februar während des Regionalwettbewerbs Hessen Mitte von „Jugend forscht“ in der Buderus Akademie in Lollar.

Quelle: Ina Tannert

Lollar. Wie kann eine Heizfolie und Citrus-Öl gegen Schweißfüße helfen? Wie erleichtert ein intelligentes Netzteil Alltag und Umweltschutz? Wie können Zahnärzte das Gebiss leichter auf Fehlkontakte überprüfen und wie entsteht aus Löwenzahn eigentlich Kautschuk?

Diesen und zahlreichen weiteren einfallsreichen Fragen und kreativen Ideen voller innovativer Technik und wissenschaftlichen Analysen stellten sich am vergangenen Freitag rund 50 junge Forscher beim Regionalwettbewerb Hessen Mitte von „Jugend forscht“.

15 Marburger Jungforscher nahmen teil

Unter dem diesjährigen Motto „es geht wieder los“ traten die engagierten Teilnehmer gegeneinander an, präsentierten pfiffige Arbeiten aus Naturwissenschaft und Technik und stellten sich der 13-köpfigen Wettbewerbsjury. Aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf nahmen gleich 15 Jungforscher der Elisabethschule, der Marburger Zahnklinik, der Martin-Luther-Schule und der Philipps-Universität teil (die OP berichtete).

Die Marburger Elisabethschule schickte in diesem Jahr gleich fünf Forscher-Teams der außerschulischen Pull-out-Kurse „Forschung statt Unterricht“ ins Rennen. Der Wettbewerb fand auch in diesem Jahr auf dem Werksgelände der Bosch Thermotechnik GmbH in Lollar statt. Am Ende gingen drei Spitzenplätze an Teilnehmer aus Marburg.

In der Abteilung „Jugend forscht“ untersuchten die Studentinnen der Marburger Zahnklinik, Kübra Peker, Bita Alavi und Ariadne Charis Frank den hörbaren Unterschied zwischen korrekter und fehlerhafter Okklusion (der Kontakt zwischen den Zähnen des Oberkiefers und des Unterkiefers) im menschlichen Gebiss. Anstelle der üblichen farbstoffbeschichteten Folie, mit der Zahnärzte störende Kontaktpunkte im Gebiss farblich kennzeichnen, entwickelten die Teilnehmerinnen einen alternativen Kontrollmechanismus für potentielle Fehlkontakte der Zähne, der auf Schall basiert. Die drei erreichten den ersten Platz in der Kategorie Arbeitswelt.

Im Fachgebiet Mathematik/Informatik beschäftigte sich Ha Hyung Moon von der Martin-Luther-Schule mit dem „Voro­noi-Spiel in der Manhattan-Metrik“ und analysierte anhand des Spielprinzips die bestmögliche Standortbestimmung zweier miteinander konkurrierender Supermarktketten für größtmöglichen wirtschaftlichen Erfolg. Der 18-Jährige schaffte es auf Platz eins.

Jochum hat Patent beantragt

Im Fachgebiet Biologie entdeckte Jungforscher Marco Martelanz vom Medizinischen Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Philipps-Universität Marburg einen potentiellen Meilenstein für Landwirtschaft und Weltklima. Der 18-Jährige erforschte den Zusammenhang zwischen Lichtstärke, Wasserverlust und Stomatadichte von Pflanzen und fand heraus, dass mit steigender Intensität der Lichtstärke auch die Blätterdichte zunimmt, wodurch die Pflanzen weniger Wasser benötigen sollen. Mit seiner Entdeckung sicherte er sich den zweiten Platz.

Teilnehmer Philipp Jochum von der Elisabethschule erzielte einen Riesenerfolg mit seinem „intelligenten Universalnetzteil“, das mit nur einem Anschluss sämtliche in einem Haushalt vorkommende Niedervoltgeräte mit Strom versorgen kann. „Das ist eine innovative Sache und reduziert die viel zu hohe Rohstoffverschwendung“, erklärte der 14-Jährige stolz sein Projekt. Ein Patent hat er bereits beantragt. Für seine innovative Erfindung wurde Philipp in die „Jugend-forscht“-Abteilung „befördert“ und räumte auch gleich den ersten Platz im Fachgebiet Technik ab. „Eine seltene Ehre“, lobte Dr. Rainer Haus von der Bosch Thermotechnik GmbH den Schüler.

Einfallsreich zeigten sich auch Luzie Hegele und Lisa Fach, ebenfalls von der Elisabethschule. Die Mädchen bewiesen bei „Schüler experimentieren“ echten Forschersinn und sagten mit ihrer Entwicklung einer duftenden „Citrus-Sohle“ dem sogenannten „Käsefuß“ den Kampf an. Mit ihrer pfiffigen Idee einer elektrisch betriebenen Heizfolie und duftenden ätherischen Ölen innerhalb einer Schuhsohle belegten die Mädchen den ersten Platz im Fachgebiet Chemie.

Aimée Faix, Liv Perle und Annika Forst erreichten den zweiten Platz für ihre Entwicklung eines biologischen Nagellacks aus Benzoe, Bienenwachs und Schellack. Die Mädchen hatten Riesenspaß an ihrem Projekt: „Es war eine coole Erfahrung selber etwas zu erforschen“, so Aimée begeistert.

Um einen „Energy-Shoe“ drehte sich wiederum die Erfindung von Mitschüler Tilo Schütz, der ein Schuhmodell entwarf, das per Zahnradsystem und Generator Strom erzeugen kann. Für seine Idee erhielt er den zweiten Platz im Fachgebiet Technik. Die Gewinner der ersten Plätze in der Kategorie „Jugend forscht“ qualifizierten sich für den hessischen Landeswettbewerb im März.

von Ina Tannert

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