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Juristisches Know-how für Bauexperten

Weiterbildung an der Uni Juristisches Know-how für Bauexperten

An der Uni Marburg gibt es ab diesem Herbst in ­Sachen Baurecht eine umfassende Weiterbildung.

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Protest gegen das Großbauprojekt „Stuttgart 21“ im Juli 2011 am Stuttgarter Hauptbahnhof: Ein Weiterbildungs-Studiengang an der Marburger Universität soll Know-how in Sachen Baurecht vermitteln, auch als Hilfe bei umstrittenen Großprojekten.Archivfoto: dpa

Quelle: Patrick Seeger

Marburg. Stuttgart 21 oder der Berliner Großflughafen sind nur zwei Beispiele für große öffentliche Bauprojekte, die aus dem Ruder laufen und für öffentlichen Protest oder großes Aufsehen sorgen. Es entstehen bei diesen großen Bauprojekten immer öfter Konflikte, bei denen nicht nur Mediatoren gefragt sind, sondern auch detaillierter juristischer Sachverstand benötigt wird. Doch auch bei kleineren öffentlichen und privaten Bauprojekten gibt es immer öfter auch juristische Streitigkeiten, die beigelegt werden müssen.

Vor diesem Hintergrund wurde an der Uni Marburg ein Weiterbildungsstudiengang ins Leben gerufen, der nicht nur Juristen, sondern auch Experten aus dem Bauwesen im Baurecht fit machen soll. Nach einer Einführungswoche pro Semester in Marburg werden Blockseminare in Hamburg, Berlin und München angeboten. Die Absolventen haben am Ende nach vier Semestern den akademischen Hochschulgrad „Master of Laws“. Bereits jetzt gibt es 16 verbindliche Anmeldungen für das Weiterbildungsstudium, so dass der Studiengang vorbehaltlich der endgültigen Genehmigung durch das Uni-Präsidium zum Wintersemester starten kann. Nicht nur Juristen, sondern auch Architekten und Bauingenieure haben sich dafür angemeldet. Diese Mischung stellt aus Sicht von Professor Wolfgang Voit, dem Initiator des Master-Studiengangs, auch die Besonderheit des Studiengangs dar.

Eine Vorgabe der Universität ist es, dass sich diese Weiterbildungs-Studiengänge möglichst finanziell selbst tragen. Bezahlt werden müssen unter anderem die Dozenten und die Raumausstattung und eine Studiengangs-Koordinatorin. Die Teilnahme kostet pro Kursteilnehmer knapp 20000 Euro.

Studiengang baut aufBaurechts-Kurs auf

Der neue Studiengang baut auf den seit zwölf Jahren an der Uni Marburg angebotenen Kursen zur Zusatzqualifikation im privaten Baurecht auf. Ab dem Wintersemester 2014/2015 bietet die Philipps-Universität Marburg den Studiengang mit dem Titel „Baurecht und Baubegleit-ung - von der Projektentwicklung bis zur Streitbeilegung“ an. Das berufsbegleitende Qualifikationsangebot richtet sich vier Semester lang an Juristen, Wirtschaftswissenschaftler, Projektentwickler, Architekten und Bauingenieure. „Bedeutende Bauvorhaben und Projektentwicklungen weisen einen hohen Grad an Komplexität und großes Konfliktpotenzial auf“, erklärt der Marburger Jura-Professor Wolfgang Voit, der Initiator des Studiengangs. Fast zwangsläufig unterlägen diese Projekte einer Vielzahl von Störungen im Ablauf, wie sich am Beispiel des Berliner Flughafens eindrucksvoll zeige. „Die Fragen, die dann entstehen, gehen weit über den rein juristischen Bereich hinaus. Baubetriebswirtschaftslehre und Fragen zur Streitbeilegung spielen dann eine Rolle, um hohe Kosten durch Baustillstand zu vermeiden“, führt Voit aus.

Um Einblicke in diese komplexen Zusammenhänge zu vermitteln, ziele das Lehrangebot auf das Wissen und alle Fertigkeiten ab, die für die Entwicklung eines Bauprojekts erforderlich seien. Das Studium solle die Absolventen dazu befähigen, Projekte zu bewerten und von der Planung bis zur Umsetzung zu betreuen. „Damit geht unser Angebot deutlich über das hinaus, was ein üblicher Fachanwalts-kurs im Bereich Baurecht bietet“, unterstreicht Voit. Die Studierenden werden in die Lage versetzt, bauberatend und baubegleitend im gesamten Bereich des Baurechts tätig zu werden.

Dabei wird juristisches, betriebswirtschaftliches und bautechnisches Wissen erlernt. Der Studiengang ist auf Berufstätige zugeschnitten. Zulassungsvoraussetzungen sind ein einschlägiger Studienabschluss sowie fachlich relevante Berufserfahrung von mindestens einem Jahr.

von Manfred Hitzeroth

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