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Juristen-Umzug frühestens ab 2016

Campuspläne Juristen-Umzug frühestens ab 2016

Die Campusplanungen schreiten voran: Wie es konkret weitergehen soll, das erfuhren knapp 200 Zuhörer bei der gemeinsamen Info-Veranstaltung von Uni und Stadt im Uni-Hörsaalgebäude.

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So könnte die Fassade für den Sprachatlas-Bau auf dem Brauerei-Gelände nach dem aktuellen Stand der Planungen aussehen, der aber noch ein wenig modifiziert werden soll. Grafik: Architekturbüro Bär, Stadelmann und Stöcker

Quelle: Grafik: Architekturbüro Bär, Stadelmann und Stöcker

Marburg. Welche Nutzung sieht die Universität für das zweite und deutlich größere Gebäude vor, das auf dem Brauereigelände neben dem geplanten Sprachatlas-Bau Platz finden soll? Im Gespräch ist nach wie vor die Verlagerung des Fachbereichs Rechtswissenschaften, erläuterte die Uni-Präsidentin Krause bei der Info-Veranstaltung zum Thema „Campus Firmanei“. Das hänge jedoch auch davon ab, ob der Fachbereich das Savigny-Haus in der Universitätsstraße aufgeben werde, an dessen Stelle ein Investor zusätzlich zum Platz des Allianzhauses ein großes Einkaufszentrum bauen möchte. Krause berichtete, dass die Verhandlungen zwischen Investor, Philipps-Universität, Stadt Marburg sowie dem Wissenschafts- und Finanzministerium noch nicht abgeschlossen seien.

Hoffnung auf mehr Geld für die Campuspläne

Klar sei aber, dass ein Einzug der Juristen auf dem Brauerei-Areal aus planungstechnischen Gründen frühestens im Jahr 2016 erfolgen könne. Zudem sei klar, dass ein zwischenzeitlicher Auszug des Fachbereichs Jura aus dem Savigny-Haus nur dann erfolge, wenn es auch ein Ersatz-Gebäude gebe.

Im Rahmen des „Heureka“-Projekts des Landes Hessen stehen der Uni Marburg bis 2020 insgesamt 440 Millionen Euro für die Campuspläne zur Verfügung. Zusätzlich kamen noch 30 Millionen aus dem Konjunkturpaket und 12 Millionen Euro aus einem Hochschulbausonderprogramm. Die beiden größten Brocken, die damit finanziert werden, sind der Chemie-Neubau auf den Lahnbergen und die neue Uni-Bibliothek im Lahntal.

Das Geld reicht nach Angaben der Uni-Präsidentin jedoch nicht aus um alle Campus-Planungen der Uni zu verwirklichen. Das bedeutet aber, dass beispielsweise der Umzug des Fachbereichs Physik auf die Lahnberge bis spätestens 2020 verschoben wird.

Mindestens so lange werden die Physiker in den alten Gebäuden am Renthof bleiben, kündigte Krause an. Sie hofft, dass für den Physik-Umzug und weitere Bauvorhaben danach durch die Landesregierung wieder zusätzliches Geld zur Verfügung gestellt wird. Bei den letzten großen Campus-Infoveranstaltungen hatten die Themen Parkplätze und Verkehrsführung sowie der Ausbau der Naturwissenschaften auf den Lahnbergen im Vordergrund gestanden.

Beim Abriss der Klinik„Durchbruch erzielt“

Am Mittwoch ging es nun vorwiegend um die Fortschritte beim Bau des „Campus Firmanei“ am Alten Botanischen Garten. „Wir haben inzwischen einen Durchbruch erzielt“, sagte die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause.

Damit meinte sie vor allem den bereits erfolgten Teilabriss der ehemaligen Uni-Frauenklinik (die OP berichtete). So lasse sich jetzt direkt vom Botanischen Garten zur Elisabethkirche schauen. Dieser Blick wird später nur noch den Nutzern in den verglasten Lesesälen der neuen Uni-Bibliothek ermöglicht, die ab Anfang 2014 anstelle der Frauenklinik und des Schwesternwohnheims errichtet werden soll.

Aber auch weitere Bauplanungen schreiten voran: So stellte der Architekt Friedrich Bär vom Wettbewerbssieger, dem Nürnberger Architekturbüro Bär, Stadelmann und Stöcker, den aktuellen Stand der Planungen für das Uni-Gebäude „Deutscher Sprachatlas vor, das ab 2014 auf dem früheren Brauereigelände gegenüber dem städtischen Parkhaus am Pilgrimstein gebaut werden soll. Der Sprachatlas soll in einem langgezogenen Gebäude am Mühlgraben gebaut werden. Die Fassade soll nach seinen Angaben modern gestaltet werden, aber das Gebäude soll auch eine Verbindung zwischen den alten Gebäuden in der Oberstadt und den neueren Gebäuden der Universität schaffen. Nach ersten Modifikationen der möglichen Fassadengestaltung aufgrund von Anregungen im Gestaltungs- und Denkmalbeirat sorgte der Bau aber auch bei der Info-Versammlung für Diskussionen. „Diese Front ist langweilig und man sollte sie noch schöner gestalten“, merkte eine Bürgerin an. Das letzte Wort in Sachen Sprachatlas-Gestaltung ist aber noch nicht gesprochen, merkte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) an. Schließlich soll auch der Bebauungsplan für den Sprachatlas erst im Herbst 2013 dem Stadtparlament zum Beschluss vorgelegt werden.

von Manfred Hitzeroth

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