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Jungs erkunden typische Frauenberufe

Ein Tag für Jungen Jungs erkunden typische Frauenberufe

Seit einigen Jahren findet bundesweit der „Girls‘ Day“ statt, um Mädchen für klassische Männerberufe zu gewinnen. Damit die Jungs dabei nicht links liegen gelassen werden, rief die Stadt vor sechs Jahren den „Boys‘ Day“ ins Leben.

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Die Vertreter des Fachbereichs Jugendförderung Dieter Eigenbrodt (von links), Oliver Bein, Ulrike Munz-Weege und Matthias Gnau sowie Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) werben für den Boys‘ Day.Foto: Peter Gassner

Marburg. Bei der Berufswahl, so Ulrike Munz-Weege vom Fachdienst Jugendförderung, orientierten sich sowohl Mädchen als auch Jungs oft an klassischen geschlechtsspezifischen Berufsbildern.

In einer Phase der Ungewissheit richteten Jugendliche sich häufig an tradierten Rollenbildern aus. Um diese gefestigten Denkstrukturen zu durchbrechen, möchte die Stadt daher gerade soziale und pflegerische Berufe für die Jungs attraktiver machen.

Beim „Boys‘ Day“ haben die Schüler der Klassen 5 bis 10 die Gelegenheit einen Schnuppertag in einem Beruf zu verbringen, in dem Männer derzeit unterrepräsentiert sind. Besonders im Vordergrund stehen dabei in diesem Jahr die Grundschulen, die zahlreiche Praktikumsplätze anbieten. Ein weiterer Schwerpunkt der Aktion liegt auf dem Erzieherberuf. Dort stehen Schüler der Käthe-Kollwitz-Schule ebenso als Gesprächspartner zur Verfügung wie auch Auszubildende der Elisabeth-von-Thüringen-Akademie für Praktikanten im Gesundheitswesen. Aber auch Stellen als Frisör, in der Bürokommunikation, als Florist oder in Arzt- beziehungsweise Zahnarztpraxen werden den Teilnehmern angeboten.

Ziel der Aktion, an der sich alle Marburger Schulen beteiligen, ist es den Horizont der Jugendlichen zu erweitern. Die Organisatoren wünschen sich, dass sich die Jungs mit ihrem Rollenbild auseinandersetzen und die zukünftige Berufsentscheidung stattdessen eher anhand der eigenen Stärken und Schwächen treffen. Der Tag könne dies nicht alleine leisten, aber es gehe darum, Impulse zu setzen. „Der Boys‘ Day ist ein Mosaiksteinchen, das bestehende Bild aufzuweichen“, so Munz-Weege.

Inzwischen findet der Aktionstag bereits zum dritten Mal bundesweit statt, doch die Marburger Koordinatoren verweisen auf die eigene Pionierarbeit und betonen das „eigene Format“, das der Fachdienst Jugendförderung den Teilnehmern bietet. „Ich glaube der Marburger Boys‘ Day ist etwas Besonders“, sagt Koordinator Matthias Gnau dementsprechend selbstbewusst. Im Gegensatz zum bundesweiten Pendant sei der persönliche Kontakt ein zentraler Bestandteil der Marburger Variante und somit ein „Qualitätsmerkmal“, findet Oliver Bein aus dem Koordinatorenteam. Der Fachdienst Jugendförderung vermittelt den Schülern nicht nur die Praktikumsplätze, sondern begleitet sie dort auch persönlich hin und übergibt sie den jeweiligen Ansprechpartnern. Das gebe nicht nur den Schülern mehr Sicherheit, sondern auch den Praxisstellen. Wichtig sei aber vor allem auch das gemeinsame Essen im Anschluss, so Bein. Dort bestünde noch einmal Gelegenheit, sich gegenseitig über die Erfahrungen auszutauschen. Darüber hinaus erhalten die Jungs abschließend noch ein Zertifikat, das ihre Teilnahme am „Boys‘ Day“ bestätigt.

Insgesamt 120 Jungs können beim „Boys‘ Day“ am Donnerstag, 25. April, mitmachen.

Etwa die Hälfte der Plätze ist noch frei, sodass Interessierte noch bis zum 15. April die Möglichkeit haben sich anzumelden.

Weitere Informationen sind auf der Seite www.marburg.de/boys-day erhältlich. Anmeldung unter Telefon 06421/201452 oder per E-Mail an: boys-day@marburg-stadt.de

von Peter Gassner

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