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Junge Piloten erobern den Luftraum

OP erfüllt Kindern Wünsche Junge Piloten erobern den Luftraum

Senkrechtstart, Höhe gewinnen, Gas geben und korrekt steuern. Am Samstag wurde auf der Modellflugwiese manches Manöver erprobt und geübt.

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Christian Reinhardt vom KVFL erklärt den Kindern die Modellflugzeuge.

Quelle: Nadine Weigel

Goßfelden. Die Sommerferien sind gekommen - die Zeit, in der die Oberhessische Presse die Wünsche von Kindern erfüllt. Zum Auftakt der Sommeraktion waren neun Kinder zu Gast auf dem Modellflugplatz in Großseelheim, wo sie mit viel Geschick und Spaß an der Sache den Luftraum eroberten.

Bei strahlendem Sonnenschein und nur leichtem Wind startete die Aktion auf dem Flugplatz zwischen Großseelheim und Schröck. Die Jungen und Mädchen schickten zahlreiche kleine, brummende Modellflieger gen Himmel. Die jungen Piloten waren konzentriert bei der Sache, hatten den Dreh schnell raus und steuerten die schnellen Flitzer souverän durch den Luftraum.

 

Immer mit dabei waren die Vereinsmitglieder und Lehrer der Modellflugsportgruppe des Kurhessischen Vereins für Luftfahrt (KVFL). Sie leiteten die Flugschüler an, erklärten Technik, Windgeschwindigkeit und Flugplan. Die richtige Steuerung des Höhen- und Seitenruders war besonders wichtig um die leichten Modelle, mit ein bis zwei Metern Spannweite, unfallfrei durch die Luft zu bewegen. „Ihr müsst ein Gefühl dafür entwickeln, wie der Flieger auf die Steuerung reagiert“, erklärte KVFL-Referent Christian Reinhardt.

Die Vereinsmitglieder zeigten den Schülern das Repertoire eines geübten Modellfliegers, führten Senkrechtstarts, spontane Kurven und Loopings vor oder ließen die kleinen Modelle auch mal verkehrt herum fliegen. Die Kinder staunten. Dann waren sie selbst an der Reihe.

Jeweils zwei Flugschüler ließen die beiden Übungsmodelle per Funk-Fernbedienung mehrere Runden über den Platz fliegen. Die anderen Kinder mussten warten, bis sie an der Reihe waren. Diese Maßnahme war nötig, damit nicht zu viele Modelle gleichzeitig durch die Luft sausten, was die Gefahr einer Kollision vergrößert hätte.

Betreut wurde jeder Jungpilot von jeweils zwei erfahrenen Lehrern. Jeder davon mit einer Fernbedienung ausgerüstet, um im Notfall eingreifen zu können. Nach anfänglichen, etwas holprigen „Trudelrunden“ entwickelten die Kinder schnell einen Sinn für die jeweilige Steuerung der kleinen wendigen Flieger. „Man darf nicht zu viel in eine Richtung steuern“, erklärten die Kids. Vor allem bei plötzlich aufkommendem Wind müsse man aufpassen.

Lagen anfangs noch die Finger der Lehrer mit am Steuerknüppel, übernahmen die Schüler bald das Ruder und steuerten die Geräte eigenständig und sicher durch die Luft. „Das ist gar nicht so schwer, dieses mal bin ich ganz alleine geflogen“, freute sich unter anderem Falk Spohner aus Kirchhain, der trotz gebrochenem Zeh und Gipsbein auf Krücken zu der Flugaktion gekommen war. Ich hab ja die Hände für die Fernbedienung frei, sagte er lachend.

Zwischen den durch die Luft sausenden Modellen, flog immer wieder entspannt der ein oder andere Vogelschwarm hindurch. Die Tiere behielten lässig die Ruhe, sie schienen die seltsamen, schnurrenden Flugobjekte bereits zu kennen. Die Piloten am Boden gaben den Vögeln gern die „Vorfahrt“.

Jeder Flugschüler kam dreimal an die Reihe. Zwischendurch gab es Pausen, in denen sich Piloten, Eltern und Lehrer stärkten und die Akkus der Modelle gewechselt werden konnten.

Die Aktion in luftiger Höhe verlief reibungslos - alle Modelle erreichten sicher wieder den Boden. Die Kinder hatten sichtlich Spaß an der dreistündigen Aktion. Einige wollen auf jeden Fall wiederkommen und das Hobby Modellflug noch besser kennenlernen.

Unser Partner: Der Kurhessische Verein für Luftfahrt besteht bereits seit dem Jahr 1909, einer Zeit, in der an der sich entwickelnden jungen Luftfahrt großes Interesse in der Bevölkerung bestand.

Die Mitglieder arbeiteten lange Zeit eng mit der Universität zusammen, erforschten gemeinsam die Luftschiff- und Ballontechnik und natürlich den Segelflug. Heute zählt der Verein mehr als 300 Mitglieder. Die Modellflugsportgruppe des KVFL besteht seit Anfang der 60er Jahre. Die rund 70 Mitglieder beschäftigen sich mit einer umfangreichen Palette von Modellflugzeugen. Vom einfachen Leichtwindsegler über Kunstflugmodelle, von kleinen Modellen mit Verbrennungsmotor, über elektronische Hochleistungssegler bis hin zum Modellhubschrauber. Dabei baut der Verein alle Modelle aus Holz, Kunststoff oder Metall selbst, schafft einen Spagat zwischen technischem Know-how, handwerklichem Geschick und Sportsgeist. Kontakt: Kurhessischer Verein für Luftfahrt, Am Flugplatz 10, Schönstadt, Telefon 06427/8046.

von Ina Tannert

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