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Junge Flüchtlinge ziehen in alte Kita

Plan des Magistrats Junge Flüchtlinge ziehen in alte Kita

In der Sitzung des Ortsbeirates Cappel am Mittwochabend nahm das Thema Flüchtlinge großen Raum ein.

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Die leerstehende Kita Am Teich soll bis zu acht unbegleitete minderjährige Flüchtlinge beherbergen.

Quelle: Thorsten Richter

Cappel. „Wir haben derzeit 1 250 Flüchtlinge aus den Vorjahren, die in Marburg dezentral untergebracht wurden, deren Asylverfahren soweit läuft beziehungsweise die geduldet sind“, sagte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) zu Beginn der Ortsbeiratssitzung in Cappel. Außerdem habe die Stadt Marburg dieses Jahr weitere 270 Flüchtlinge zugeteilt bekommen, die laut Vaupel das Verfahren wohl ebenfalls mit positiver Prognose durchlaufen werden.

Im Cappeler Zeltlager seien zudem weitere 650 Flüchtlinge untergebracht, „bei denen wir als Stadt die Erstaufnahme machen, wo also noch gar nicht klar ist, was mit denen geschieht“, erklärte Vaupel. „Insgesamt reden wir also derzeit von mehr als 2 000 Menschen, die Marburg aufgenommen hat, das entspricht beispielsweise der Gesamtleistung Polens.“

Eines der großen Themen der Ortsbeiratssitzung war, wie es mit den Zeltunterkünften weitergehen soll. „Zunächst einmal möchte ich mich auch hier noch einmal beim Ortsbeirat und Anwohnern für ihre großartige Kooperation bisher bedanken“, sagte Vaupel. Die Zukunftsplanung sehe so aus, dass für den Winter sechs Holzhäuser aufgestellt werden, mit neuem Haupteingang von der Straße Im Rudert aus. Diese bieten laut Vaupel auf zwei Etagen jeweils 12 Zimmer von 25 Quadratmetern Größe, „wobei wir das große Glück haben, dass unter dem Sportgelände noch eine alte große Abwasserleitung liegt, so dass wir dort nicht zu viel verändern müssen“, erklärte Vaupel. Für diese Pläne fand sich im Ortsbeirat eine große Zustimmung, lediglich die späte Fertigstellung gegen Ende Oktober und die Frage nach den Alternativen für das Fußballtraining wurden kurz erörtert.

„Zeitlich ist es knapp, weil es von oben keine zeitnahe Zustimmung gab, sodass ich selbst entschieden habe, die Häuser zu bestellen. Für das Training ist vorgesehen, auf Kunstrasenflächen naher Einrichtungen auszuweichen“, sagte Vaupel. Da unter Flüchtlingen aus Kriegsgebieten immer wieder auch Jugendliche und kleinere Kinder sind, die vollkommen unbegleitet einreisen, sogenannte unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, werden im Zuge des Kindergartenneubaus die alten Räumlichkeiten der Kita Am Teich für bis zu acht Flüchtlingskinder nutzbar gemacht, sagte Vaupel.

Kritik an fehlenden Parkplätzen vor neuer Kita

Insgesamt nahm der neue, größere Kindergarten mit künftig bis zu 13 Angestellten den zweiten großen Teil der Sitzung ein. Dabei mussten Ortsvorsteher Heinz Wahlers (SPD) und Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) die von den Architekten vorgestellten Konzepte auch gegen Kritik verteidigen. Reizthema waren dabei vor allem fehlende Parkflächen.

„Es kann nicht sein, dass jeder Privatmann beim Neubau Parkplätze ausweisen muss, und die Stadt kann da einen Kindergarten vergrößern und tut das nicht“, erregte sich ein Besucher. „Es sind dann eben mehr Erzieherinnen, und auch die Eltern kommen immer mehr mit dem Auto, da ist es eine Frechheit, dass uns so etwas als Anwohner einfach vor die Nase gesetzt wird“, pflichtete eine weitere Besucherin bei.

Für diese Einwände hatte Bürgermeiste Kahle wenig Verständnis. „Zunächst einmal ging es bislang ja auch ohne Parkplätze. Darüber hinaus gibt es aus gutem Grund für öffentliche Projekte im allgemeinen Interesse eben keine Pflicht, Parkplätze auszuweisen. Wenn wir das nämlich müssten, dann gäbe es für eine zentrale Positionierung von Kindergärten in den Ortschaften nur noch die Möglichkeit, auf Tiefgaragen auszuweichen, was die Budgets klar sprengen würde.“

Ortsvorsteher Wahlers beendete die Diskussion schließlich mit dem Hinweis, dass die Kritikpunkte im weiteren Prozess miteinbezogen würden. „Wir sind ja noch in der Planungsphase, dieses große Thema werden wir heute Abend sicher nicht mehr zielführend zu Ende bringen können.“

von Marcus Hergenhan

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