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Jung-Uhu Philipp muss die Jagd üben

Marburger Uhu Jung-Uhu Philipp muss die Jagd üben

Jetzt steht es fest: Jung-Uhu Philipp wird nicht am Marburger Schloss in die Freiheit entlassen werden, sondern von seinem derzeitigen Aufenthaltsort aus.

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Jung-Uhu Philipp beäugt am Tag, nachdem er in der Auswilderungsstation angekommen ist, die Umgebung.

Quelle: Michael Arndt

Marburg. Wer Wildvögel betreut, muss ein ruhiger Mensch sein. Ein Mensch wie Moira Behn. Sie weiß, dass jede hektische, unvorsichtige Bewegung ihre gefiederten Gäste erschrecken könnte, sodass diese in Panik geraten und sich an den Gittern der Voliere verletzen könnten. Deshalb kündigt sich Moira Behn an, wenn sie ihr prominentestes Ziehkind aufsucht: Jung-Uhu Philipp hört sie, bevor er sie sieht. Und so bleibt er ruhig sitzen auf seiner Baumscheibe, kuschelt sich an die Holzwand seines Quartiers auf Zeit.

Philipp hat viel Platz - mehr als so mancher Student in seiner Bude: 24 Quadratmeter Grundfläche hat die Voliere, ist 3,80 Meter hoch. Philipp wird diesen Platz brauchen, um das Jagen zu üben, einige Tage bevor er wahrscheinlich Anfang September ausgewildert werden kann.

Aber bis dahin vergeht noch viel Zeit. Einstweilen wird Philipp noch gefüttert, genauso wie sein Geschwisterkind, das mit der Mutter weiter auf der Elisabethkirche lebt und erstaunliche Flugfortschritte macht. Acht von Menschenhand getötete Mäuse vertilgt der junge Uhu im Schnitt pro Tag, berichtet Moira Behn einen Tag, nachdem er bei ihr Quartier bezogen hat.

Und wenn er nicht frisst oder durch die Voliere fliegt, dann sitzt er da und schaut mit seinen großen Augen in die schöne Sommerlandschaft. Ob ihm das auf Dauer nicht zu langweilig ist? Moira Behn verneint diese Frage und sagt: „Er hat hier viel zu sehen.“ Und zu hören. Denn als ein Sportflugzeug vorbeifliegt, legt Philipp gleich den Kopf schief und äugt neugierig gen Himmel.

Bange Frage: Gewöhnt sich Tier zu sehr an Menschen?

Ansonsten sollten wir Menschen ihn in Ruhe lassen. Damit er sich „nicht zu sehr an uns gewöhnt“, sagt Moira Behn, die seit vielen Jahren mit dem Naturschutzbund Marburg zusammenarbeitet und laut der Internetseite www.marburger-vogelwelt.de „über eine sehr große Erfahrung in der Pflege und Aufzucht von Wildvögeln“ verfügt. Vor allem in strengen Wintern ist sie ausgebucht und pflegt zum Beispiel ausgehungerte Mäusebussarde, die in freier Wildbahn keine Beute finden, berichtet sie im Gespräch mit der OP. Moira Behn werde den richtigen Zeitpunkt zur Auswilderung entscheiden, heißt es auf der Internetseite der Marburger Vogelfreunde.

Flug in die Freiheit: Zeit bestimmt der Uhu selbst

„Bei der Auswilderung wird die Voliere geöffnet, aber es wird weiterhin Futter bereitgelegt. Der Uhu kann also ausfliegen, wann er will, und wieder zurückkommen, wenn er hungrig ist. Ob und wie lange er zurückkommt, lässt sich naturgemäß nicht vorhersehen.“

Die Menschen ersparen Philipp also mit der heimlichen Auswilderung unnötigen Stress, welcher dem Tier schaden würde. Denn für das ursprünglich geplante Spektakel am Marburger Schloss hätten sie ihn zuvor einfangen müssen.

von Michael Arndt

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