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Jugendliche laden ein zum Dinner

Stadtwald-Initiative Jugendliche laden ein zum Dinner

Soziales Förderprogramm mit Geschmack: Zwölf Jugendliche aus dem Stadtwald zauberten ein selbst gekochtes Drei-Gänge-Menü und luden ihre Nachbarn ins kostenfreie Mini-Restaurant ein.

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Mit vollem Körpereinsatz und unter Zeitdruck servierten die Jugendlichen ihren Gästen ein üppiges Drei-Gänge-Menü. Höhepunkt war der Hauptgang: Rinderfilet mit Kartoffelpüree und Erbsen-Möhren-Gemüse.

Quelle: Ina Tannert

Stadtwald. Schälen, Schnibbeln, Zubereiten, Dekorieren und Servieren - das gesamte Wochenende über organisierten die zwölf Jungköche ihr „kleines Restaurant“ und zauberten ihren Gästen ein üppiges Mahl auf den Teller und ein Lächeln ins Gesicht - und das völlig kostenlos.

Die Räume der Initiative für Kinder-, Jugend- und Gemeinwesenarbeit (IKJG) im Stadtwald verwandelten sich für einen Tag in einen Mini-Gastronomiebetrieb, samt Empfangsbereich, geschmücktem Gästeraum und hektischer Großküche. Tagelang hatten Jugendliche und Betreuer den Abend geplant, stundenlang vorbereitet, gekocht, gebraten und garniert.

Auch an einen schmackhaften „Gruß aus der Küche“ für ihre 33 Gäste hatten die Projektteilnehmer gedacht und reichten zu Beginn des Abends selbst gebackenes Kürbisbrot mit Pesto und Aperitifs.

Als Vorspeise kredenzten die Jugendlichen sichtbar stolz eine selbst gekochte Suppe „Pappa al pomodoro“, Ravioli mit Kürbis-Kartoffel-Füllung und italienische Fleischpralinen.

Während ein Teil der jungen Köche fachmännisch die Bewirtung der Gäste übernahm, sorgten andere für steten kulinarischen Nachschub aus der Küche.

Viel Zeit zwischen den Gängen blieb da nicht. Ganz wie in einer typisch turbulenten Restaurantküche herrschten steter Trubel und hektische Betriebsamkeit, bis die frisch zubereitete Hauptspeise - Rinderfilet mit Kartoffelpüree und Erbsen-Möhren-Gemüse - den Gastraum erreichte. Selbst kreiertes Parfait, Tiramisu und pfiffige „Cake-Pops“, Mini-Kuchen auf Lollistäbchen, rundeten das bunte Menü ab.

Viel Lob gab es für ein abwechslungsreiches Menü, die sorgfältige Dekoration und insbesondere das stete Engagement der jungen Amateur-Gastronomen, die mit viel Herzblut für eine runde Veranstaltung sorgten.

„Es schmeckt fantastisch, die Jugendlichen machen das toll und werden von Mal zu Mal besser“, lobte Heidrun Klein, die bereits vor einem halben Jahr an der Aktion teilnahm. „Ich bin begeistert, ein tolles Miteinander - das ist Integration, die man hautnah erlebt“, gratulierte auch Eberhard Seel zu einem erfolgreichen Abend.

Teilnehmer Marco Weitzel: „Eine tolle Aktion“

Das „kleine Restaurant“ ist Teil des bundesweiten Förderprogramms „Justiq“ (Jugend stärken im Quartier), mit dem Ziel der schulischen, sozialen und beruflichen Integration von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in sozialen Brennpunkten.

Finanziert wird die Initiative für vier Jahre aus dem Europäischen Sozialfonds. Träger des Projektes vor Ort namens „Jump‘in“ ist die Stadt Marburg. Als freier Jugendhilfeträger organisiert die IKJG im Zuge des Programms mehrere Mikroprojekte in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern aus dem Stadtteil.

Wie im Projekt „unser kleines Restaurant“ lernen die Jugendlichen mit Herausforderungen umzugehen, machen Erfahrungen mit eigenverantwortlichem Arbeiten im Team, dem Umgang mit Stresssituationen und anderen beruflichen Qualifikationen. „Das Projekt ist einzigartig, es wäre schön, wenn sich andere daran ein Beispiel nehmen“, sagte David Dieschburg vom IKJG, der das Projekt begleitet.

Sichtlich erschöpft, aber rundum zufrieden und stolz auf das Geleistete ließen die Jugendlichen den Abend mit Aufräumen und Abwaschen ausklingen. Ein Großteil besucht regelmäßig den örtlichen Jugendclub, kam auf diesem Weg zu dem Projekt.

„Das Kochen hat echt Spaß gemacht, eine tolle Aktion“, fand etwa Teilnehmer Marco Weitzel. „Es ist gut gelaufen, gemeinsam etwas zu organisieren und zu schaffen, macht echt Laune“, freute sich auch Alexandra Schmidt.

Mit von der Partie war auch Reza Heydari, der vor zehn Monaten aus Afghanistan flüchten musste, in Marburg eine neue Heimat fand und an dem Integrationsprojekt teilnehmen konnte. „Es macht wirklich Spaß, alle sind nett und helfen sich gegenseitig“, freute sich der 14-Jährige.

von Ina Tannert

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