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Jugendhelfer bangen um Projekt

EU streicht Fördermittel Jugendhelfer bangen um Projekt

Die Jugendkompetenzagentur Marburg-Biedenkopf wird ab Juni kein Geld mehr erhalten. Die Stadt springt vorübergehend finanziell ein, um die laufende Arbeit zu sichern.

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Die Jugendkompetenzagentur half in der Vergangenheit vor allem Schulabbrechern, etwa bei der Suche von Ausbildungsplätzen. Archivfoto

Marburg. Die kommunale Jugendkompetenzagentur erhält keine Förderung durch den Europäischen Sozialfonds mehr. Ende Juni laufen die Zahlungen aus. In der zweiten Jahreshälfte springt die Stadt Marburg vorübergehend mit 70 000 Euro ein, um die Arbeit der Jugendhelfer zu sichern (OP berichtete).

Unklar ist, ob es ab 2015 Fördermittel für ein neues Projekt gibt, auf das sich die Jugend-helfer bewerben wollen. Das sagte Erhard Zentner, Leiter der Kompetenzagentur Marburg-Biedenkopf während des Sozialausschusses am Mittwochabend.

Vor allem Schulabbrecher und sozial Schwache sind das Klientel der Pädagogen der Kompetenzagentur: Junge Erwachsene Anfang 20 ohne Schulabschluss – in der Regel mit ausländischen Wurzeln – , die keine Chance auf dem Ausbildungsmarkt haben. Drogen, Krankheit sowie zunehmend psychische Probleme plagen die Heranwachsenden, wie Zentner zuletzt erläuterte.

Seine Hoffnungen ruhen nun auf dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, das ein ähnliches Projekt (Name: „Jugend stärken im Quartier“) wie die Kompetenzagenturen auflegen will. „Wir wollen unsere Arbeit weiterführen, kennen die Kriterien für Bewerbung oder Zuschlag zu dem neuen Programm aber noch nicht. Das wird auch wohl nicht vor Mitte 2015 starten“, sagt Zentner. Das Amt auf OP-Anfrage: Da die finanztechnischen Rahmenbedingungen für die Förderperiode 2014 bis 2020 des Europäischen Sozialfonds noch nicht feststünden, verschiebe sich die Veröffentlichung der Förderrichtlinien bis in den Sommer hinein.

840000 Euro hat die Kompetenzagentur Marburg-Biedenkopf seit 2007 aus den Fördertöpfen erhalten. Die EU machte zuletzteinen schwindenden Hilfs-Bedarf von Jugendlichen in der Region aus, weshalb sie die Finanzierung einstellt.

Eine weitere Möglichkeit zur Rettung der pädagogischen Arbeit sieht Zentner in der Gründung einer Jugendbedarfs-Agentur. Dieses Modell soll laut SPD-CDU-Koalitionsvertrag im Bund flächendeckend eingeführt werden: Im Kern geht es bei dem Konzept darum, die vorhandenen Maßnahmen zur Berufsberatung (etwa Arbeitsagentur, Jobcenter, Jugendhilfe ) besser zu koordinieren und regional zu bündeln – vor allem um parallele Beratungen zu vermeiden effektiver zu arbeiten.

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