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Jugend strömt zum Mega-Treffen

Tabor-Tag Jugend strömt zum Mega-Treffen

Hamburg, München, Berlin, Dresden: Aus allen Himmelsrichtungen strömen die Jungen und Mädchen auf den Ortenberg, um bis Sonntagnachmittag über Glaube, Gott und gutes Leben zu sprechen.

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Steffen Malich (r.) ist Absolvent der Hochschule Tabor und mittlerweile Jugendpastor in einem Ort bei München. Er sprach mit den Jugendlichen in einem Workshop etwa darüber, wie diese mit anderen über ihren christlichen Glauben sprechen können. Foto: Björn Wisker

Marburg. „Das hier ist einfach ein cooles Lebensgefühl“, sagt Birte Wegner, eine der Helferinnen und selbst Tabor-Studentin. Die Jugendtreffen seien geprägt von Partylaune, Offenheit und einer familiären Atmosphäre. Diese Ansicht haben scheinbar viele. Zuletzt sogar zu viele: 1800 Jugendliche und junge Erwachsene strömten zu den Zusammenkünften am Ortenberg. Das verkrafteten weder das Gemeindehaus noch die Organisatoren. Die Entscheidung der Hochschule: Die Treffen werden nach Altersgruppen getrennt. Dies Mal trafen sich rund 900 Teilnehmer, alle zwischen 13 und 18 Jahren alt.

Zwang herrscht bei dem Jugendtreffen keiner. Ob die Jungen und Mädchen Konzerte, Seminare und Workshops besuchen oder ob sie lieber in Gruppen in der Cafeteria sitzen, Karten spielen - das ist ihnen überlassen. „Man findet sofort nette Leute mit denen man reden und etwas machen kann“, sagt etwa der 13-jährige Benedikt. Aus Fremden werden Freunde - „das geht schon am Getränkeautomaten los“, sagt Birte Wegner.

Seit den 1920er-Jahren veranstaltet die Einrichtung Jugendtreffen. In der modernen, immer größere Massen anziehenden Form seit den 1960er-Jahren. „Wir wollen zeigen, dass Glaube relevant für das eigene Leben ist. Gott ist kein langweiliger Typ“, sagt Uwe Schmidt von der Tabor-Verwaltung.

Doch vor allem in den vergangenen zehn, 15 Jahren bemerken die Organisatoren einen Wandel in den Ansprüchen der Jugendlichen. „Die Aufmerksamkeitsspanne ist geringer geworden“, sagt Schmidt. Ohne Reize von Bildern, Videos und Musik könne man immer weniger Jugendliche für die Inhalte begeistern. „Wir müssen mehr Action, mehr Tempo bieten. Aber die Fragen zum Leben, zum Glauben - die haben sich über Jahrzehnte nicht verändert“, sagt er.

Als Werbung für regelmäßige Gottesdienst-Besuche in Kirchen will Schmidt das Treffen nicht verstanden wissen. „In Kirchen, bei klassischen Gottesdiensten, da prallen für Teenager oft drei Welten aufeinander“. Allerdings: Motivation, sich intensiv mit Glauben auseinanderzusetzen, darum gehe es in jedem Fall. „Wir versuchen das in jugendgerechter Sprache, müssen uns immer wieder neu in die Lebenswelt reindenken“, sagt Schmidt. Damit das gelingt, sind einige der aktuell 130 Theologie-Studenten in die Planung der Treffen eingebunden.

von Björn Wisker

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