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Jüdisches Hoffest mit Temperaturen wie in Israel

Kultur Jüdisches Hoffest mit Temperaturen wie in Israel

Die Begegnung stand im Vordergrund des 7. Hoffests der Jüdischen Gemeinde Marburg. Die Besucher verschiedener Konfessionen verbrachten den heißesten Nachmittag des Jahres mit Musik, israelischen Speisen und sehr viel Wasser.

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Die Studenten Ronen (links) und Noa aus Haifa sangen mit dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Amnon Orbach.

Marburg. Marburg. Die jüdischen Gebete decken ein breites Spektrum an Themen ab, aber es gibt kein Gebet für Wettertemperaturen, sagte Amnon Orbach, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Marburg, zur Eröffnung des Sommerfestes. Eigentlich wünscht sich die Gemeinde immer sommerliche Temperaturen, dass das Fest aber gleich am heißesten Tag des Jahres stattfindet - das war kein Gebetsanliegen. Orbach nahm’s mit Humor. „In Jerusalem sind solche Temperaturen ein Genuss. Hier akzeptieren wir es mal“, sagte er. Dass gestern weniger Besucher als in den Vorjahren zum traditionellen Hoffest der Gemeinde kamen, lag vermutlich an der Hitze. Die rund 150 Gäste bevorzugten die Schattenplätze unter dem Zelt, die Mitte des Hofs hinter der Synagoge bot Sonne pur. Und so bot das Wetter gestern einen dankbaren Einstieg für Gespräche. „Wir wollen uns kennen lernen und zusammen freuen“, fasste Orbach in seiner Rede den Sinn des Festes zusammen. Monika Bunk, zweite Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, erklärte, dass das Fest auch für viele neue Besucher sowie für Nachbarn der Synagoge eine Gelegenheit ist, unverbindlich die Gemeinde kennenzulernen. Die Gruppe Mizwa der jüdischen Gemeinde Hannover, zwei Studenten aus der israelischen Stadt Haifa und die Kinder der Sonntagsschule der Gemeinde präsentierten Ausschnitte der jüdischen musi­kalischen Kultur. Zudem gab es israelische Speisen und - wegen der Hitze - viel Wasser.

Der Austausch ist ein wesentliches Anliegen der Jüdischen Gemeinde in Marburg, die viele russlanddeutsche Mitglieder hat. Stolz verkündete Orbach, dass im vergangenen Jahr mehr als 3000 Schüler aus 30 Schulen, darunter auch welche aus anderen Regionen, die Synagoge besuchten. Die Begegnung „ohne zu missionieren“ soll künftig auch im „Garten des Gedenkens“ möglich sein - die symbolische Begegnungsstätte wird derzeit auf dem Platz der ehemaligen Synagoge in der Universitätsstraße errichtet und wird am 11. November eingeweiht, verkündete Orbach.

von Anna Ntemiris

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Amnon Orbach (84) lebt seit 1982 in Marburg. Archivfoto: Weigel

Er hat die jüdische Kultur in Marburg wiederbelebt und engagiert sich für den Dialog mit anderen Religionen: Amnon Orbach soll für seinen Einsatz die Ehrenbürgerrechte erhalten. Das Stadtparlament muss noch zustimmen.

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