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Journalistenpreis für OP-Mitarbeiter Weisbrod

Hessischer Journalistenpreis Journalistenpreis für OP-Mitarbeiter Weisbrod

Am Ende eines Sommers der Sporthöhepunkte standen am Montag einige Menschen als Sieger im Mittelpunkt, die Fußballer und Olympioniken auf der Jagd nach Toren und Medaillen beruflich begleiten: Journalisten. Dabei hat der Marburger Stefan Weisbrod den 3. Platz des Hessischen Journalistenpreises gewonnen, Moderatoren-Legende Dieter Kürten wurde in Offenbach für sein Lebenswerk geehrt.

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Die Sieger beim Hessischen Journalistenpreis 2012 in der Kategorie Print (von links): Thorsten Gütling (1. Platz), Stefan Weisbrod (3. Platz), Olaf Streubig (2. Platz) und Dieter Kürten (Ehrenpreis für das bisherige Lebenswerk).

Quelle: Foto: Christoph Linne

Dieter Kürten ist einer, den viele Fernsehzuschauer wie keinen zweiten Sportreporter in Deutschland mit wichtigen Wettkämpfen, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen in Verbindung bringen. Als Moderator, als Kommentator.  Für sein bisheriges journalistisches Lebenswerk erhielt der 77-Jährige in Offenbach am Montagabend den Ehrenpreis bei der  Verleihung des Hessischen Journalistenpreises.

Kürten wurde dabei nicht in erster Linie als das Gesicht des „Aktuellen Sportstudios“ im ZDF ausgezeichnet, vielmehr hätten die Qualität und der Seriosität seiner Arbeit den Ausschlag gegeben sagte Jury-Vorsitzender Dr. Heiner Boehncke, Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Frankfurt, in seiner Laudatio: „Generationen von Fernsehzuschauern schätzen ihn für seine Fachkompetenz, seine Lockerheit und den respektvollen Umgang mit seinen Gesprächspartnern.“

Ein anderer, der als Sportreporter auch schon manches gesehen und geschrieben hat, und dennoch erst am Anfang seiner journalistischen Laufbahn steht, freute sich unterdessen riesig  über Platz 3 im Wettbewerb. Der Marburger Stefan Weisbrod (25) belegte den Bronze-Rang mit einer Themenseite und dem Artikel „Wo Middlehessian und die Elfmeterbeinküste aufeinander treffen“  aus der Oberhessischen Presse (kleines Bild). Darin setzt sich mit dem Stellenwert und der Bedeutung des Fußballs für Hobbykicker jenseits offizieller Spielklassen auseinander. Sensibel und anschaulich schildere er den Spielbetrieb in der „Bunten Liga“ der Universitätsstadt, heißt es in der Begründung der Jury. Und weiter: „Die präzise Wahrnehmung des Autors zeichnet seinen Bericht aus - und macht auf unterhaltsame Weise erfahrbar, dass Fußball ein Breitensport ist, der auch über das Vereinsleben hinaus einen wichtigen Stellenwert in der Gesellschaft hat.“

Einige persönliche Worte der Wertschätzung und Anerkennung hatte im Anschluss an die Verleihung Jury-Mitglied Dieter Eckart für Weisbrods Arbeit übrig: „Ich habe den Beitrag mit großem Vergnügen gelesen und gelacht, wie seit langem nicht mehr“, sagte ihm der frühere Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Eine solche Story muss man erst einmal finden, und Sie haben dann noch eine sehr schöne und gut gestaltete Geschichte daraus gemacht“, ergänzte er und gab dem Marburger noch etwas mit auf den Weg: „Haben Sie Spaß an dem Beruf und machen Sie etwas daraus!“

Der aus Wenkbach stammende Weisbrod sammelte erste journalistische Erfahrungen als freier Mitarbeiter für die Oberhessische Presse  (seit 2005) und dem Tochter-Titel Gießener Zeitung (seit 2008). Für beide Zeitungen berichtet er weiterhin. Vor allem im Sportteil, zum Beispiel über die Basketball-Bundesliga. Derzeit absolviert Weisbrod ein Volontariat in der Sportredaktion der Waldeckischen Landeszeitung (Korbach) und Frankenberger Zeitung.

„Als meine Familie und Freunde davon hörten, dass einer meiner Texte ausgezeichnet wird, haben sie sich riesig mit mir gefreut“, sagt Stefan Weisbrod. Selten habe er einen Text so oft von Kollegen gegenlesen lassen. Als ob er geahnt hat, dass er an einem ganz besonderen Beitrag bastelt. Auf die Ausschreibung ist er jedoch nur per Zufall gestoßen: „Ich habe noch nie einen Artikel für einen Preis eingereicht, doch das geforderte Thema passte gut zu meinem Text und der traf zu meiner großen Freude ganz offensichtlich den Geschmack der Jury“, sagte der 25-Jährige glücklich. Mit einem Teil des Preisgeldes in Höhe von 1000 Euro will er seine Kamera-Ausrüstung erweitern, den Rest zur Seite legen.

Aus Anlass der Verleihung kostete es den bekennenden Fan der Frankfurter Eintracht lediglich augenzwinkernd etwas Überwindung, das Stadion der Offenbacher Kickers am Bieberer Berg zu betreten. Und wie es sich für echte Fußball-Fans gehört, stichelten die Gäste aus Frankfurt, Wiesbaden oder Kassel an diesem Ort recht ausgiebig gegen die Nachbarn und sportlichen Rivalen.

Stefan Weisbrod nutzte unterdessen die Chance, um im VIP-Raum des Stadions in Ruhe ein paar Worte mit dem Moderatoren-Idol Kürten zu wechseln.  Von Reporter-Legende zu Nachwuchs-Reporter. Und als Preisträger unter sich. „Wir haben uns erst einmal gegenseitig gratuliert und anschließend etwas gefachsimpelt. Vor allem  über die Notwendigkeit, das Sportgeschehen häufiger auch einmal aus anderen Blickwinkeln zu beleuchten und somit das Spektrum der Berichterstattung abseits der reinen Ergebnisse zu erweitern“,  erzählt Weisbrod.

Stolz ist er besonders darauf, was ihm Kürten zum Abschied zurief: „Machen Sie weiter so!“

Hessischer Journalistenpreis 2012

Bereits zum siebten Mal hat die Sparda-Bank Hessen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Journalistenverband (Landesverband Hessen) den mit insgesamt 12000 Euro dotierten Preis ausgelobt und vergeben. Motto war in diesem Jahr: „Fußball-Land Hessen“. Der siebenköpfigen Jury des Hessischen Journalistenpreises gehören unter anderem Hans Ulrich Heuser (Vorsitzender DJV Hessen), Ulrich Kienzle (ZDF-Moderator) und Dieter Eckart (Herausgeber FAZ a. D.), an. Den Vorsitz führt Prof. Dr. Heiner Boehncke.

Der erste Preis in der Kategorie Print ging an Thorsten Gütling („Weilburger Tageblatt“) für seine Reportagen „Im Bus den Bayern hinterher“ und „Humba, Humba in Marseille“. Platz 2 ging an Olaf Streubig („Wiesbadener Kurier“) für die Themenseite „Rote Karte für die Gewalt“. Den Sonderpreis  gewannen Florian Hagemann und Marcus Janz („HNA“, Kassel) für eine Themenseite zum Pokalschlager Kassel gegen Offenbach. In der Kategorie Foto­grafie setzte sich der Sportredakteur André Bethke („Weilburger Tageblatt“) durch.

von Christoph Linne

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