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Joey Kelly heizt heimischer Union ein

CDU-Neujahrsempfang Joey Kelly heizt heimischer Union ein

Die Filmsequenzen, die  Joey Kelly beim Neujahrsempfang der heimischen CDU am Montagabend im Cineplex zeigte, die
Eindrücke, die er vermittelte, sein Auftreten  – all das war extrem. Und hinterließ tiefen Eindruck.

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Gastredner Joey Kelly begeisterte die Gäste beim CDU-Neujahrsempfang mit seinen Extremen.

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. An die schnelle Sprache, die Themensprünge und die forschen Randbemerkungen muss man sich als Zuhörer erst gewöhnen. Der vor Energie strotzende Joey Kelly wirk, als sei er auf dem Sprung, als würde er gleich losrennen. Der rund einstündige Vortrag des 42-jährigen fernsehbekannten Extremsportlers und früheren Musikers war für die Gäste des Neujahrsempfangs von Stadt- und Kreis-CDU ein kurzweiliges Vergnügen, nicht zuletzt, weil Kelly an Selbstironie nicht sparte.

Vortrag über Motivation, Grenzen, Leidenschaft

Kelly war als Ehrengast nicht nur von der CDU eingeladen worden, sondern auch „von meinen guten Freunden die ich in Marburg habe, von der DVAG“, wie der mehrfache Halter sportlicher Weltrekorde über die Vermögensberatung sagte, die ihn sponsert.

Neujahrsempfang der CDU Marburg-Biedenkopf im Cineplex Marburg, 09.02.2015.

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Im Vortrag des Extremsportlers ging es um Motivation, um Grenzen, Mut, Leidenschaft und Durchhaltevermögen – und auch darum, dass Kelly „das Jammern“ auf hohem Niveau in Deutschland nicht mehr hören kann. Das Jammern als Kräftefresser – der Extremsportler weiß, wovon er spricht. Beim Marathon des Sables stellte er sich 1999 dem 240-Kilometer-Sahara-Wüstenlauf, obwohl er krank war. Nach den ersten Etappen, über die er sich nur dahinschleppte, fasste Kelly den Entschluss, ins Ziel zu kommen. „Danach ging es und ich kam gesund an. Was war anders als vorher? Ich habe das Jammern eingestellt.“ Filmaufnahmen, die Kellys geschundene Füße zeigten, mit Blasen und  schwarz angelaufenen oder schon ausgefallenen Zehennägeln, untermalten seine Worte eindrucksvoll.

Zuhörer sind beeindruckt

Die Besucher im Cineplex, dessen großer Saal nach der Einladungsfrist voll ausgebucht war, wo dann aber doch gut 50 Plätze frei blieben, erfuhren viel aus Kellys Werdegang – angefangen von den Jahren als Musiker und dem ersten Triathlon 1996, bei dem der heute 42-Jährige zwar ins Ziel kam, aber einen ganz schlechten Start hatte. „Ich war nicht vorbereitet“, erzählte er und zeigte Filmaufnahmen, die dokumentieren, wie Kelly sich als Schwimmer schon kurz nach dem Start erschöpft an eine Boje rettet. Sein Ehrgeiz war geweckt. Heute, 19 Jahre später, ist die Liste der Extremsport-Abendteuer, in die er sich erfolgreich gestürzt hat, sehr lang. In seinem Vortrag nahm er das Publikum mit auf verschiedene Etappen – so auch auf seinen Deutschlandlauf über 900 Kilometer von der Nordsee bis auf die Zugspitze. „Ohne Geld, ohne betteln.“ Geschlafen hat er in freier Natur, gekostet hat die Deutschland-Tour nur 9,24 Euro für eine Plane aus dem Baumarkt zum Drauflegen und zum Zudecken. Unterwegs gab‘s Beeren und Getreide, Schnecken („Ich habe einen Tag lang zur Schleim gebrochen“) und einmal ein gerade totgefahrenes Kaninchen. „Das war lecker.“ Er hat knapp 18 Tage gebraucht  – beim nächsten Mal möchte er schneller sein. Die Zuhörer lud er ein, im nächsten Jahr bei einem neuen Versuch mit dabei zu sein.

Gute Stimmung manchmal die halbe Miete

Erfolgsgaranten, die Kelly bei der fünf Millionen Euro teuren Fernsehproduktion „Wettlauf zum Südpol – Deutschland gegen Österreich“ auf 400 Kilometern in 10 Tagen und 21 Stunden zusammen mit Markus Lanz, Dennis Lehnert und Claudia Beitsch kennenlernte: gute Stimmung. „Am Südpol ist sie die halbe Miete“, sagte Kelly und verriet, was dem Team außerdem entscheidend half, das Ziel zu erreichen: Respekt voreinander und ein guter Ton im Miteinander. „Wenn es gar nicht voran ging, habe ich gedroht: Ich fange gleich an zu singen.“
Die Zuhörer waren von Kellys Erlebnissen und seiner Einstellung tief beeindruckt. Die Publikumsstimmen fielen dabei unterschiedlich aus, reichten von „Ein Vorbild an Durchhaltevermögen – da kann man sich eine Scheibe abschneiden“ bis hin zu „Der Typ hat echt eine Macke“.

von Carina Becker

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