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Jetzt ist der VfB Marburg am Zuge

Kaufangebot für Sportgelände Jetzt ist der VfB Marburg am Zuge

Oberbürgermeister Egon Vaupel spricht von einem "fairen Kaufangebot", das die Stadt dem VfB Marburg für dessen Sportgelände mache.

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Die Umkleidekabine des VfB Marburg soll bei einem Verkauf des Sportgeländes für den Spielbetrieb erhalten bleiben.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Marburg. 448.500 Euro will die Stadt Marburg dem VfB Marburg für den Sportplatz zahlen, das entspricht einem Quadratmeterpreis von 48 Euro und liegt damit über dem ortsüblichen Preis für Sportgelände, der bei etwa 30 Euro liegt, teilte der Oberbürgermeister als Sprecher des Magistrats mit.

Der Magistrat macht aber zur Bedingung, dass die Nutzung der Funktionsräume, vor allem der Umkleidekabinen, für den Sportbetrieb erhalten bleibt. Die Funktionsräume sind nach OP-Informationen Eigentum des Bauträgers MT-Immobilien, der vor Jahren auf die Funktionsräume aufgestockt hatte und Eigentumswohnungen errichtete. Ein Teil des Erlöses war dem VfB Marburg zugute gekommen. Der Verein wies trotz des Deals zum Ende des Jahres 2011 wieder einen Schuldenstand von 750.000 Euro aus.

Verein schuldet bereits sechstelligen Betrag

Mitbesitzer von MT-Immobilien ist Vereinschef Dietrich Möller, der der Lösung also zustimmen müsste. Das Problem: Der VfB Marburg schuldet auch seinem Vorsitzenden einen sechsstelligen Geldbetrag. Selbst mit einem Erlös von knapp 450.000 Euro müsste der Vorsitzende also möglicherweise auf Geld verzichten. Er hatte deswegen der Mitgliederversammlung im Dezember vorgeschlagen, den Platz an einen privaten Investor zu verkaufen, der rund 935.000 Euro geboten hatte - vorausgesetzt, das Gelände wird Bauland.

Davon ist aber nicht auszugehen. Vaupel hat mehrfach betont, dass unter ihm als Sportdezernent eine Änderung der Bauleitplanung nicht in Frage komme. Der Platz werde als Sportplatz gebraucht. Die Stadt könne dem VfB Marburg keinen anderen Platz zur Verfügung stellen.

Vaupel: Verein sollte diesen Weg gehen

Im Kaufangebot der Stadt ist zwar ein Passus enthalten, in dem die Stadt sich zu einem Nachschlag für das Gelände verpflichtet, wenn es in den kommenden 15 Jahren zu Bauland werden sollte. Eine Verpflichtung zur Änderung des Baurechts geht die Stadt in dem Entwurf aber ausdrücklich nicht ein. „Ich kann dem Verein nur raten, diesen Weg zu gehen“, sagte Vaupel gestern Abend, der von einem „fairen Angebot“ sprach. Eine vierköpfige Verhandlungsgruppe des VfB Marburg hatte das gestern schließlich verabschiedete Kaufangebot erreicht.

Nach OP-Informationen gibt es am Donnerstag aber noch andere Vorschläge, über die abgestimmt werden soll. So soll der Vorschlag des Vorsitzenden, den Platz an einen privaten Investor zu verkaufen, noch nicht vom Tisch sein. Das Ergebnis wäre, dass der Verein seine sportliche Heimat an der Gisselberger Straße aufgeben müsste. Und die Stadt käme unter Druck, dem Verein ein Ersatzgelände anzubieten, das sie nicht hat.

Ein dritter Vorschlag sieht nach OP-Informationen vor, die Schulden mit einer Schenkung von der Stadt und einem Sponsorenkreis abzulösen.

von Till Conrad

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