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Jeder fünfte ohne Impfschutz

Masern an der Waldorfschule Jeder fünfte ohne Impfschutz

Nachdem am Dienstag bekannt geworden war, dass ein Schüler der Waldorfschule an Masern erkrankt ist, sind Vorkehrungen gegen die hoch ansteckende Krankheit getroffen worden.

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Vor Masern schützt sicher die Impfung, die zweimal verabreicht werden muss.

Quelle: Archiv

Marburg. Martin Jennemann, Mitglied der Schulleitung der Marburger Waldorschule, steht mit einer jungen Schülerin vor dem Schulbüro, die ihren Impfpass in der Hand hält. „Damit gehst du jetzt zum Gesundheitamt, damit die wissen, dass du gegen Masern geimpft bist und weiterhin am Unterricht teilnehmen kannst“, erklärt er ihr ruhig. Ruhe ist in dieser sehr unruhigen Zeit gefragt.

Den ganzen Morgen hat Jennemann  Telefonanrufe besorgter Eltern entgegengenommen. „Mir blutet schon das Ohr“, sagt er. Immer wieder hat er den Eltern erklärt, dass der Unterricht nur für solche Schüler stattfindet, die in der Vergangenheit zwei durchgeführte und im Impfpass dokumentierte Masern-Impfungen oder einen serologischen Nachweis einer Masern-Immunität durch einen Blutbefund nachweisen können.

Ob der Impfschutz bei den insgesamt 560 Schülern und im Lehrerkollegium ausreichend ist oder nicht, wird derzeit vom Gesundheitsamt überprüft. Laut Auskunft von Stephan Schienbein, Pressesprecher des Landkreises, gebe es bisher keine neuen Hinweise auf weitere Masernfälle.

Einige Schüler und Lehrer sind nicht geimpft

Jedoch verfügen einige der Schüler nicht über einen ausreichenden Impfschutz. In der Klasse des erkrankten 17-Jährigen beispielsweise seien von insgesamt 31 Schülern 6 Schüler nicht geimpft. „Wir raten allen, sich impfen zu lassen, um sich ausreichend gegen die hoch ansteckende und gefährliche Krankheit zu schützen“, betont Schienbein. Denjenigen, die über keine sichere Masernimmunität verfügen, wird dringend geraten, bis einschließlich 14. Mai zu Hause zu bleiben.  Diese Frist orientiert sich an der Inkubationszeit der Masernkrankheit.

Bis zum 14. Mai werden auch die Namen aller fehlenden Kinder an das Gesundheitsamt weitergegeben. Dieses nimmt dann Kontakt zu den Familien auf, um sich über den Gesundheitszustand des Kindes zu informieren und, falls es mögliche Masernsymptome zeigen sollte, sie mit Ratschlägen zu unterstützen.

„Wir möchten wirklich sicher gehen, dass alles in unserer Macht Stehende getan worden ist, damit sich kein weiteres Kind infiziert“, betont Jennemann. Um weitere Ansteckungen zu vermeiden, habe die Schulleitung auch entschieden, bis zum Ende der Inkubationszeit keine größeren gemeinschaftlichen Veranstaltungen innerhalb der Schule durchzuführen. Deshalb wird beispielsweise auch der ursprünglich am heutigen Tag geplante „Musische Abend“ auf den 22. Mai verschoben.

Dem 17-jährigen Schüler gehe es „deutlich besser“, berichtet Jennemann. „Wenn alles gut läuft, wird er nach Himmelfahrt wieder am Unterricht teilnehmen können.“  So lange hoffe er, dass es zu keinen weiteren Ansteckungen komme.

von Ruth Korte

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