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Jeder Hof ein eigener Konzertsaal

Weidenhäuser Höfefest Jeder Hof ein eigener Konzertsaal

Am Samstag bot sich beim alljährlichen Höfefest wieder die Gelegenheit, hinter die Fassaden der Weidenhäuser Fachwerkgebäude zu blicken und die vielseitigen Veranstaltungen zu erleben.

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Jede Menge Stimmung trotz des Wetters wie hier im Hof Missomelius: Das Weidenhäuser Höfefest bestätigte seinen Ruf als größtes Straßenfest des Ortsteils.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Schon nachmittags konnte man in der Straße „Auf dem Wehr“ auf dem Flohmarkt Bücher, Spielzeug oder Kleidung durchstöbern, während in den einzelnen Höfen die Bewirtung durch Kaffee und Kuchen begann. Hierbei stand Selbstgemachtes ganz hoch im Kurs.

Kunst genießen durfte man beim Hof Annegrete Henke: Dort waren für die Besucher mehrere expressive Leinwandgemälde ausgestellt - zumindest solange es noch trocken war.

Weidenhäuser Höfefest - Besucher in der Weidenhäuser Straße. Foto: Thorsten Richter (thr)

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Am Ende der Weidenhäuser Straße versuchten viele bei einem Stand der Sparkasse Marburg-Biedenkopf ihr Glück, wo es darum ging, für 150 Euro zwei Ziffern eines Tresorcodes zu knacken.

Gegen Abend nahm das musikalische Programm dann sein bemerkenswert vielfältiges Ausmaß an: Während die Rock-Coverband „Sunday Morning Tea Party“ das erste Publikum in den Hof Gerbergäßchen lockte, füllten gleich um die Ecke „Nils Hartie & Combo“ mit vergleichsweise sanfteren E-Piano- und Saxofonklängen den Hof Missomelius.

Erfolgloser Sonnentanz

Ebenfalls gute Stimmung verbreitete die Band „Hick Chick“, die sich auf Country-Musik spezialisiert hat und im Shambhala Zentrum durch souveränen zweistimmigen Gesang von Frontmann und -frau bestach. Probleme durch gegenseitige Beschallung gab es auch bei so vielen unterschiedlichen Genres keine - durch die umliegenden Häuser wirkte jeder Hof wie ein eigener kleiner Konzertsaal.

Wenn dann auch noch genug Schutz nach oben hin vorhanden war, konnte den Zuhörern auch der am frühen Abend einbrechende Regen nicht die Lust verderben.

So kündigte eine Gruppe von Trommlerinnen kurzerhand einen Sonnentanz an - der leider erfolglos blieb, aber dennoch vor allem die jungen Zuhörer in seinen Bann zog. Das hing sicherlich auch mit den Clown-Outfits der Spielerinnen zusammen.

Wenig los am Lahnufer

Am etwas ungeschützteren Lahnufer waren die schlechtwetter-technischen Auswirkungen deutlicher spürbar - was schade war, denn der ausdrucksstarken Musik von Singer/Songwriter Niklas Bohnert etwa hätte man gerne ein größeres Publikum gewünscht. Mit diesen und vielen anderen Künstlern nahm das Fest noch bis in die Nacht seinen Lauf.

Allein um das Ufercafé herum wurde eine kulinarische Vielfalt angeboten, die wenig zu wünschen übrig ließ: egal ob Kuchen oder Crêpes, italienische Panini oder indische Dal-Suppe, Kaffee oder Wein, Bratwurst oder vegane Gerichte.

Ob man nun wegen des Essens, der Musik oder einfach der Gesellschaft wegen dort war: Das Weidenhäuser Höfefest blieb auch bei Regen ein vielseitiges Mosaik aus etlichen kleineren Veranstaltungen für neugierige Menschen. Denn wer nur auf den breiten Straßen bleibt und sich nicht durch die schmalen Zugänge in die Höfe traut, dem bleiben die vielen Facetten verborgen, die das Stadtteilfest ausmachen.

von Marie Rentergent

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