Der 57- Jährige Marburger wurde wegen mehreren Missbrauchfällen vor Gericht angeklagt und verurteilt.
Marburg. Fünf Jahre Gefängnis und anschließende Unterbringung in einem psychiatrischem Krankenhaus: Das war die Strafe in dem Prozess gegen den Marburger.
Einen Teil der Taten hatte der 57-Jährige auch in den beiden Marburger Stadtteilen Cappel und Wehrda begangen, wo er erst seine Nichte und später seine Großnichte missbraucht hatte. „Ich bin völlig erschüttert, dass so etwas passiert ist“, sagte der Marburger Jugendamtsleiter Christian Meineke.
Dabei bezog er sich vor allem auf die Schwere der Taten und den langen Zeitraum der Missbrauchsvorfälle. Es sei unglaublich, wieviel Gewalt es in den Familien gebe. Leider gebe es immer noch viel zu viele Fälle, in denen Taten sexueller Gewalt jahrelang vertuscht würden. Das Marburger Jugendamt habe keine Kenntnis von dem Fall gehabt, sagte Meineke.
In dem Fall des 57-Jährigen hatten Nachbarn und die Eltern der Opfer jahrelang geschwiegen. Die Fälle waren erst durch die Selbstanzeige des Täters an die Öffentlichkeit gekommen.„Das ist ein erschütternder Fall, auch in diesem Ausmaß. Das geht einem schon sehr nahe“, sagte Ulrike Schütz, Beraterin in der Familienberatungsstelle des Marburger Kinderschutzbundes.
von Manfred Hitzeroth
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