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Island-Trikots in Marburg: Fehlanzeige

EM Island-Trikots in Marburg: Fehlanzeige

Sammler gieren nach Trikots der isländischen Fußballnationalmannschaft, dem Sensationsteam der Europameisterschaft. Doch die Gier wird keine Erfüllung finden – auch in Marburg nicht.

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Aron Gunnarsson (von links), Kari Arnason, Johann Berg Gudmundsson und Kolbeinn Sigthorsson von der isländischne Fußballnationalmannschaft. Seit sie die Engländer sensationell vom Platz gefegt haben, gieren viele Fans nach isländischen Trikots. Leider wurden nicht mehr als 20 000 davon produziert.

Quelle: dpa

Marburg. Seit die isländische Fußballnationalmannschaft die Engländer sensationell vom Platz gefegt hat, scheint alles möglich zu sein. Die Nationalmannschaft aus dem gut 330 000 Einwohner zählenden Inselstaat könnte am Sonntag in Paris auch Gastgeber Frankreich besiegen. Und stünde dann im Halbfinale – möglicherweise als Gegner Deutschlands. Gesetzt den Fall, Jogis Jungs triumphieren am Samstag in Bordeaux über den Angstgegner Italien.

Die Deutschen als Widerpart wären den Isländern auf jeden Fall lieber. Denn gegen Italien anzutreten und möglicherweise zu siegen, hieße, den Hersteller der Island-Trikots bis ins Mark zu treffen – weil dieser, ein Familienunternehmen, seinen Sitz in der italienischen Provinz Parma hat. Er ist vom Triumph der isländischen Nationalmannschaft, die er seit 2002 ausstattet, kalt erwischt worden.

Nicht mehr als 20 000 Trikots sollen produziert worden sein, gerade mal so viel, um die isländischen Fans in den Stadien und auf dem Heimatmarkt zufrieden zu stellen.

Spielt Deutschland gut, ist auch der Umsatz gut

Auch wer sich in Marburg auf die Suche nach Trikots der isländischen Fußballnationalmannschaft begibt, geht leer aus. „An diesen Ausrüster kommen wir nicht ran“, sagt Achim Waldschmidt, Filialleiter bei Intersport Begro in Wehrda, auf Nachfrage der OP. Und eine Mitarbeiterin der Sportabteilung des Kaufhauses Ahrens sagt: „Isländische Trikots führen wir nicht. Mit dem Erfolg der Mannschaft hat ja auch keiner gerechnet.“

Bleiben Marburger Fußballfans als Trost nur die Trikots der eigenen Mannschaft. Die können sowohl bei Intersport Begro als auch bei Ahrens erworben werden. Und welche Spieler sind dabei besonders gefragt? „Bis zu seiner Verletzung führte Marco Reus bei uns die Hitliste an“, sagt Waldschmidt. Seitdem stünde Thomas Müller mit weitem Abstand an der Spitze, gefolgt von Bastian Schweinsteiger. Allerdings sind in Wehrda die Auswärtstrikots bereits ausverkauft, erworben werden können nur noch die Heimtrikots, die laut Waldschmidt an Ort und Stelle mit der gewünschten Nummer und dem gewünschten Namen beflockt werden.

Bei Ahrens werden zurzeit Trikots mit dem Namen von Joshua Kimmich besonders stark nachgefragt. Ansonsten wünschen die Fans sich Trikots mit den Namen von Mario Götze, Jérôme Boateng, Sami Khedira und Thomas Müller. „Die sind bei uns die Klassiker“, erklärt die Ahrens-Mitarbeiterin, die noch einen Wunsch an Jogi Löw hat: Seine Jungs sollten weiter so gut spielen wie bisher und unbedingt ins Endspiel kommen. „Denn spielt unsere Mannschaft gut, dann ist auch unser Umsatz gut.“

von Michael Arndt

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