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Islamistische Parteien als EU-Partner?

Forschungsprojekt Islamistische Parteien als EU-Partner?

„Außenpolitische Positionen moderater islamistischer Parteien und Bewegungen in Ägypten, Algerien, Jordanien und Marokko am Beispiel der Euro-mediterranen Beziehungen“: Das ist der Titel eines Forschungsprojekts an der Uni Marburg.

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An den Demonstrationen gegen den ägyptischen Präsidenten Mubarak vor einigen Wochen nahm auch die Muslimbruderschaft teil, die sich zu einer moderaten Partei entwickelt hat.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Beim Stichwort „Islamistische Bewegungen“ denkt die Mehrheit der Menschen im Westen immer noch zuerst an die Steinigung für Ehebrecherinnen, islamistische Terrorkommandos und den Dschihad, den heiligen Glaubenskrieg der Moslems. Doch diese Sichtweise trifft zumindest auf die islamistischen Parteien und Bewegungen in Nordafrika und dem Nahen Osten, die der Gewalt als Mittel im politischen Kampf abgeschworen haben, nicht zu. Das meint der Politikwissenschaftler Professor Rachid Ouaissa, der am Centrum für Nah- und Mitteloststudien (CNMS) der Philipps-Universität Marburg lehrt.

Jenseits der Terroristen von Al-Kaida und anderer fundamentalistischer Islamisten hat sich in den vergangenen Jahren in vielen Staaten im Süden des Mittelmeers ein breites Spektrum politischer Bewegungen etabliert, für die die Glaubenslehren des Islams zwar eine Richtschnur, aber kein allein seligmachendes Dogma sind.

 

Die gewaltigen Umbrüche der vergangenen Monate im Nahen Osten und Nordafrika haben aus Sicht Ouaissas die politische Situation auch für die islamistischen Parteien, die nicht immer an vorderster Front der Massenbewegungen waren, schwieriger gemacht. „Man kann beispielsweise nicht einkalkulieren, wer an die Macht kommt. Aber es könnte durchaus möglich sein, dass die Muslimbruderschaft, die zu den von uns untersuchten Parteien gehört, demnächst mit in der Regierung sein wird“, meint Ouaissa. „Gescheitert ist auf jeden Fall der Plan, auf die Stabilität der Diktaturen zu setzen“, ist sich der Marburger Politikwissenschaftler sicher.

von Manfred Hitzeroth

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