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Islamexperte bei rechter Burschenschaft erwartet

Buchautor von „Der islamische Faschismus“ Islamexperte bei rechter Burschenschaft erwartet

Der deutsch-ägyptische Autor Abdel-Samad soll in Marburg bei der umstrittenen Studentenverbindung Germania über sein Buch „Der islamische Faschismus“ sprechen.

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Hamed Abdel-Samad (Jahrgang 1972) ist einer der bekanntesten Islamkritiker Deutschlands.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Er tritt in Rathäusern, Universitäten oder im Fernsehen auf: Hamed Abdel-Samad ist einer der bekanntesten Islamkritiker und -kenner Deutschlands. Seine Thesen provozieren, seine Meinung polarisiert. Auf jeden Fall aber findet der Politologe und Publizist Gehör.

Nun soll der Deutsch-Ägypter am 5. Juni in Marburg auftreten – nicht im Rathaus und nicht an der Universität. Die Burschenschaft Germania hat ihn in ihr Haus eingeladen, damit er sein Buch „Der islamische Faschismus“ vorstellt.

Germania Marburg ist Mitglied und derzeit vorsitzende Burschenschaft des als rechtsextrem geltenden Dachverbands „Deutsche Burschenschaft“ (DB). Der Verband war in den vergangenen Jahren immer wieder durch völkische und rassistische Beschlüsse aufgefallen.

Nachdem der geplante Auftritt bekannt wurde, erhielt der renommierte Autor Kritik, wie er seinen Facebook-Freunden mitteilt. Den Termin habe sein Verlag für ihn vereinbart, da er keine Korrespondenz mit den Veranstaltern seiner Vorträge wünsche und keine Zeit für organisatorische Fragen habe, erklärt er.

Pressestelle sieht sich nicht auskunftsberechtigt

Sein Verlag passe immer auf, dass er nicht bei radikalen Gruppen auftrete, heißt es weiter. Nachdem er aber erfahren habe, dass es sich bei der Germania Marburg um eine rechtsradikale Gruppe handeln solle, habe er sich von einem Experten, der über rechtsradikale Gruppen forscht, beraten lassen.

Dieser habe ihm mitgeteilt, dass es sich bei der Burschenschaft um eine nationalistische, aber nicht rechtsradikale Gruppe handele. Abdel-Samad will sich nach Informationen der OP aber weiterhin beraten lassen. Für eine Stellungnahme war er am Montag nicht erreichbar. Mitarbeiterinnen der Pressestelle seines Verlags Droemer verwiesen die OP zunächst auf die Veranstalter, erklärten sich dann für nicht berechtigt, um die Anfragen zu beantworten.

2013 tauchte Hamed Abdel-Samad nach Todesdrohungen gegen ihn ab. Der Autor wurde mit der sogenannten Fatwa belegt, radikale Islamisten hatten zu seiner Ermordung aufgerufen. Abdel-Samad gilt als einer der profiliertesten Islamexperten im deutschsprachigen Raum und wurde neben seinen Büchern auch durch die TV-Serie „Entweder Broder – Die Deutschland-Safari“ an der Seite von Henryk M. Broder bekannt.

von Anna Ntemiris

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