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Islam als „Musterschüler des Westens“

Philipps-Universität Islam als „Musterschüler des Westens“

Der Deutsche Orientalistentag 2010 wurde am Montag in der Alten Aula der feierlich eröffnet.

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Beim Auftakt des Orientalistentages sitzen die Marburger Professoren Jürgen Hanneder (von links) und Stefan Weninger, Festredner Professor Thomas Bauer (Münster) und Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause in der ersten Reihe.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Manchmal ist der Westen islamischer als der Islam“: Mit diesem provokanten Zitat sorgte der Münsteraner Islamwissenschaftler Professor Thomas Bauer in seiner Festrede zum Auftakt des Orientalistentags für Nachdenken bei rund 800 Orientalisten in der Alten Aula. Unter dem Titel „Musterschüler und Zauberlehrling: Wie viel Westen steckt im modernen Islam?“ näherte sich Bauer der Frage vom Wechselspiel der Kulturen an.

So erläuterte er beispielsweise, dass der Umgang mit Homosexualität in der islamischen Welt rund 1.000 Jahre lang – zwischen dem 9. und 19. Jahrhundert – weitaus toleranter und gelassener gewesen sei als in den modernen islamischen Staaten. Ungefähr seit dem Jahr 1830 seien jedoch auch die vorher gefeierten homoerotischen Gedichte nicht mehr geduldet worden. Einen Hauptgrund für den bis heute andauernden rigiden Umgang mit Homosexualität in der islamischen Welt sah Bauer in der Übernahme der viktorianischen Sexual-Moral aus dem England des 19. Jahrhunderts.

Bis zum Freitag finden in Marburg rund 600 weitere Vorträge aus vielen Sparten der Orientwissenschaft statt. „Es hat seit Jahren Tradition, dass auch viele junge Forscher auf dem Orientalistentag in Vorträgen die Ergebnise ihrer Forschung präsentieren“, sagt Professor Jens-Peter Laut, der stellvertretende Vorsitzende der Morgenländischen Gesellschaft, die den Orientalistentag zusammen mit dem Orientzentrum der Marburger Universität ausrichtet.

von Manfred Hitzeroth

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