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Islam-Ausstellung soll Dialog beleben

Marburger Rathaus Islam-Ausstellung soll Dialog beleben

Eine von der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde ­zusammengestellte Ausstellung zu den Grundlagen des Islams ist seit Donnerstag im Marburger Rathaus zu sehen.

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Bei einem Rundgang erläuterten Vertreter der Ahmadiyya-Gemeinde den Gästen die Grundzüge der Ausstellungskonzeption. 
Die Wanderausstellung zu den Grundlagen des Islams wurde schon in vielen deutschen Städten gezeigt.

Quelle: Nils B. Weber

Marburg. Ungewöhnte Töne waren am Donnerstag im Foyer des Erdgeschosses im Marburger Rathaus zu hören. In einem arabischen Sprechgesang wurde von Mahid Ilyas eine Passage aus dem Koran, dem heiligen Buch des Islam, rezitiert. Diese Einlage war Bestandteil der Eröffnung einer Islam-Ausstellung im unteren Rathaussaal.

Auf rund 20 Stoffbahnen findet man in der von der auch in Marburg vertretenen Ahmadiyya-Gemeinde zusammengestellten Wanderausstellung Basis-Informationen zum Islam. Diese reichen von Beschreibung der Quellen der Weltreligion ­Islam über die in der Öffentlichkeit auch kontrovers diskutierten Themen wie „Die Stellung der Frau im Islam“ oder die Frage, ob „Dschihad“ wirklich die Bezeichnung für Heiliger Krieg ist.

Eine kleine Koran-Präsentation, bei der die heiligen Bücher des Islam in mehr als 50 Sprachen zu sehen sind, rundet die Ausstellung ab ( Foto: Nils B. Weber). Die Idee zu der Ausstellung gab es schon länger. Sie gewann an Aktualität, als die Ahmadiyya-Gemeinschaft vor rund zwei Wochen in Cappel ihre Pläne für den Bau einer Moschee in dem Marburger Stadtteil vorstellte.

Dass es zu dieser Ausstellung im Rathaus gekommen ist, sei auch deswegen wichtig, weil Informationen über Religionen nichts Geheimes sein sollten, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) in seiner Begrüßungsrede. Dass Religionsgemeinschaften sich in Marburg präsentieren könnten, sei ein Zeichen, dass es Offenheit für alle gebe.

Spies bekannte selber, dass er auch zu wenig über den Islam wisse und sich gerne weiter darüber informieren wolle. Die erste Gelegenheit bestand für ihn und die 30 Gäste bei der Eröffnung in einem ersten Rundgang durch die Ausstellung.

„Es ist heutzutage wichtig, über den Islam zu sprechen, um ihn einordnen zu können“, sagte Imam Ahmed Arslan, ein Geistlicher der Ahmadiyya-Gemeinde zur Zielsetzung der Ausstellung.

„Wissen kann Vorurteile abbauen“

„Wir zeigen, was aus unserer Sicht die islamische Lehre ist“, sagte Arslan. In den kommenden Tagen sollten die Gäste der Ausstellung die Chance haben, im unteren Rathaussaal „im gemütlichen Miteinander“ ins Gespräch über den Islam zu kommen und möglichst auch viele kritische Fragen zu stellen, so Arslan.

„Das Wissen über den Islam kann dazu dienen, Vorurteile abzubauen“, sagte Katja Simon, Pfarrerin der Universitätskirche, als Vertreterin der Evangelischen Kirche in ihrem Grußwort. Sie erinnerte daran, dass es regelmäßig zur Weihnachtsausstellung im Rathaus auch eine Krippenausstellung gebe, die an die Geburt Christi erinnern würde.

Auch der Ausstellung über den Islam wünschte sie in diesem Sinne ein gutes Gelingen. „Wir haben es in Marburg geschafft, alle Religionen zusammenzubringen“, sagte Amnon Orbach, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde. Monika Bunk (Runder Tisch der Religionen) hofft, dass durch dies Ausstellung der interreligiöse Dialog weitergeführt werde.

Die Ausstellung „Eine Reise durch die islamische Zeit“ ist bis zum 27. März im Rathaus im Saal des Erdgeschosses zu sehen. Die Ausstellung ist täglich von 9 bis 19.30 Uhr geöffnet. Vom 21. bis 25. März ist sie von 9 bis 15 Uhr speziell für Schulen und Vereine zugänglich.

von Manfred Hitzeroth

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