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Irritation um Standort

Gedenken an Conrad Hahn Irritation um Standort

Die geplante Umbenennung der Sporthalle an der Erich-Kästner-Schule in Cappel sorgt für Unverständnis.

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Die namenlose Sporthalle in der Beethovenstraße.

Quelle: Ruth Korte

Cappel. „Erinnerungen an Conrad Hahn gehören in den Mittelpunkt seines Wirkens von Cappel und nicht an den Rand gedrängt. Das hat er nicht verdient“, sagt Hermann Dany, Vize-Vereinsvorsitzender des TSV Cappel.

Anstatt die abseits gelegene Sporthalle in der Beethovenstraße zu Ehren des Ex-Bürgermeisters umzubenennen, solle der zentral gelegene August-Bebel-Platz in Conrad-Hahn-Platz umbenannt werden. Das sei „folgerichtig“, da dies die Stelle „seines jahrzehntelangen, positiven Wirkens“ gewesen sei.  Zumal es in Marburg bereits eine August-Bebel-Straße gebe, das nötige Gedenken an den Sozialdemokraten somit gewährleistet sei.  „Auf dem Bebel-Platz stand Hahns Rathaus. Dort hat er viele Jahre die Geschicke der Gemeinde gelenkt“, sagt auch der Cappeler Bernhard Hermann. „Wenn die Sporthalle einen Namen bekommen sollte, dann müßte sie ‚Konrad-Völker-Halle‘ heißen, die Verbindung zu diesem Turnvereins- und Sportkreisvorsitzenden ist gegeben“, sagt er. Bei Hahn hingegen hänge die Verbindung mit einem öffentlichen Platz zusammen.

Die Nähe eines möglichen Conrad-Hahn-Platzes  zur Turnhalle des Vereins, der dem Ex-Kommunalpolitiker ans Herz gewachsen war, sei laut Dany dann ebenfalls in „herausragender Weise dokumentiert“.

Langfristiges Gedenken

Der Ortsbeirat habe „sehr viele Möglichkeiten geprüft“, sagt Ortsvorsteher Heinz Wahlers (SPD) auf OP-Anfrage.  Auch den Bebel-Platz sei man im Gremium für den Sozialdemokraten Hahn „zu opfern bereit gewesen“. Jedoch habe die Idee mit der Sporthalle Hahns Familie am besten gefallen. „Seine einzige Tochter hat sich das für ihren Vater gut vorstellen können, mit ihr ist das abgesprochen.“ Hahn selbst sei sportbegeistert gewesen, „er hat sich sogar mehr über Sport als über Politik definiert“, sagt Wahlers. Die Sporthalle sei auch insofern eine bessere Erinnerungsstätte als der Platz, da er „viel präsenter ist“. Künftig werde bei allen dort ausgetragenen Wettkämpfen von der Conrad-Hahn-Halle die Rede sein.

„Sein Name wird dann oft genannt, das trägt zum langfristigen Gedenken mehr bei als ein Platz, der nur zwei Hausnummern umfasst.“

Sollte für die Ehrung also tatsächlich nur die Sporthalle in der Beethovenstraße, an der Erich-Kästner-Schule in Betracht kommen, müsse das Gebäude laut Hermann Dany zuvor „wenigstens umfassend renoviert und saniert werden“. Ein Schritt, der seit spätestens 2013 ausstehe.

von Björn Wisker

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