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Iraner fotografiert „Mein Marburg“

Ausstellung Iraner fotografiert „Mein Marburg“

Eine ausgestreckte Handfläche, darauf eine Libelle, ist das Lieblingsmotiv des Künstlers. Die Hand ist schwarz-weiß, nur das Insekt so bunt wie ein Regenbogen. „Zuversicht“ heißt das Bild.

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„Vertrauen und Zuversicht vermittelt“

Barbara Reißland (von links), Multiplikatorin für Deutschunterricht, Gudrun Fleck-Delnavaz, Leiterin der Koordinierungsstelle für Flüchtlingswesen, Fachbereichsleiter Peter Schmidt und Pascal Kolbe haben den Künstler bei der Ausstellung im Portal Gisselberg unterstützt.

Quelle: Freya Altmüller

Gisselberg. Seit Hossein G. nach Marburg gekommen ist, hat er Fotos mit der Kamera seines Smartphones gemacht. Nun werden sie im Portal Gisselberg, dem Marburger Zentrum für Flüchtlinge, ausgestellt. 17 Motive in großen Abzügen.

Der gebürtige Iraner kam vor acht Monaten nach Deutschland, und zwar nach Marburg. In seiner alten Heimat lernte er Elektriker und Masseur, auch eine einjährige Ausbildung im Fotografieren absolvierte er.

„Alle Bilder spiegeln meine Sicht wider“, erklärt der 28-Jährige. „Mein Marburg“, heißt deshalb die Ausstellung. In der Stadt habe er viele Lieblingsplätze, sagt der Künstler, der von allen „Goodi“ genannt wird.

Zwei Bilder zeigen die Fassade der Elisabethkirche, zwei den Brunnen und die Pferdestatuen am Fuß des Steinwegs. Während einige in satte Farben getaucht sind, wie der Ausschnitt einer Holzbank mit herbstroten Blättern auf dem Pflaster daneben, sind andere komplett schwarz-weiß, wie ein Bild, das „Goodi“ in der Oberstadt gemacht hat. Darauf ist auf den ersten Blick nur eine Straßenlaterne an einem Fachwerkhaus zu erkennen.

Was den Künstler aber daran fasziniert hat, ist, dass die Lampe einen toten Winkel beleuchtet, denn kein Weg führt zwischen den Häusern hindurch. Auch bei anderen Motiven erschließt sich nicht auf den ersten Blick, was sie darstellen.

Ein Bild mit dem Namen „Herkules“ zeigt die Flucht zwischen zwei Reihen ineinandergeschobener Einkaufswagen, ein anderes ein Motiv, bei dem das Auge erst entschlüsseln muss, dass es sich um die Aufsicht auf den Lenker eines geparkten Fahrrades handelt. Der Deckel der Klingel fehlt auf diesem Foto und auf dem Metallrohr des Fahrradständers steht „marburg_stadt“.

Das hat der Künstler nachträglich in viele der Bilder, die er auf dem Smartphone bearbeitet hat, eingearbeitet. Unter dem Titel postet er regelmäßig Bilder von Marburg auf Instagram.

  • Während der Öffnungszeiten können die Bilder im Portal Gisselberg besichtigt werden, Gruppen werden um Anmeldung gebeten, per E-Mail an: pascal.kolbe@stadt-marburg.de

von Freya Altmüller

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