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Internet vermittelt Hilfsangebote

Flüchtlings-Hilfe-Portal Internet vermittelt Hilfsangebote

Über eine in Potsdam entwickelte Internetplattform will der Landkreis Angebote und Gesuche rund um die Flüchtlingshilfe schneller miteinander verbinden. Gestern wurde das Portal freigeschaltet.

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Daniel Wetzel (rechts) zeigt Dautphetals Bürgermeister Bernd Schmidt (von links), Stefan Reisch und dem Ersten Kreisbeigeordneten Marian Zachow das Portal www.helpto.de.

Quelle: Frank Rademacher

Marburg. Dautphetals Ordnungsamtsleiter Stefan Reisch verbringt im Moment einen guten Teil seiner Arbeit mit der Koordinierung der Flüchtlingshilfe. Da müsste es doch etwas geben, das mir die Arbeit etwas erleichtert, dachte er und recherchierte im Internet. Mit Erfolg, von dem jetzt der ganze Landkreis profitieren kann. Auf der Seite www.helpto.de kann jedermann seine Hilfe anbieten – und Flüchtlinge können angeben, was sie dringend suchen.
Angebote und Gesuche sind in zehn Kategorien aufgeschlüsselt und reichen von Sachspenden über Fahrdienste und Transporte, Familie und Kinder, Arbeit, Bildung und Wissenschaft, Begleitung und Beratung, Freizeit, Sprache über Projekte und Idee bis zu Wohnen.

Daniel Wetzel vom gemeinnützigen Verein Neues Potsdamer Toleranzedikt, der die Plattform mit entwickelt hat, stellte gestern das Portal im Landratsamt vor. Es sei bewusst auf Reglementierungen verzichtet worden, um das Angebot für die Nutzer so einfach wie möglich zu machen.

Einfach registrieren und mithelfen

Interessierte, die beispielsweise Kleidung spenden wollen, können sich leicht registrieren. Dazu ist lediglich ein selbst zu bestimmender Benutzername nötig und eine E-Mail-Adresse. Die wird zunächst vom Betreiber des Portals verifiziert und dient danach nur der geschützten internen Kommunikation zwischen dem Hilfebietenden und Hilfesuchenden. Die Anonymität bleibt so in jedem Falle erhalten. „Das ist uns wichtig, denn diese Hilfe wird ja nicht von allen gutgeheißen“, erklärte Wetzel im Gespräch mit der OP.

Um überaltete Angebote zu vermeiden, werden die Inserate, die grundsätzlich kostenlos sind, nach drei Wochen automatisch gelöscht. Dauerhafte Hilfen können aber auch von den Anbietern mit einer längeren Frist versehen werden.
Für den Ersten Kreisbeigeordneten Marian Zachow stellt die Internetplattform genau die Hilfe dar, die benötigt werde. „Es ist ein weiterer Baustein für die Miteinanderkultur in unserem Landkreis“, erklärte Zachow. Dautphetals Bürgermeister Bernd Schmidt betonte die große Hilfsbereitschaft, die es in der Bevölkerung weiter gebe. Mit dem neuen Portal könne die schneller an die Bedürftigen vermittelt werden.

Vernetzung zwischen Nachbargemeinden

Zugleich könne so eine bessere Vernetzung zwischen den Nachbargemeinden aufgebaut werden. Als Beispiel nannte er einen Deutschkurs, der vielleicht in der Nachbarschaft angeboten werde, in der eigenen Gemeinde aber nicht zustande gekommen sei. Schmidt hob die einfache Bedienung des Portals hervor, die  keine zusätzlichen Hürden aufbaue.

Die Sachspenden machen in Potsdam und einigen brandenburgischen Landkreisen, in denen das Portal bislang angeboten wurde, den größten Bereich aus. Auf der Plattform können aber auch Wohnungen, Nachhilfe, Arbeitsstellen oder sportliche Angebote von Vereinen präsentiert werden. Ehrenamtliche Initiativen in der Flüchtlingshilfe haben die Möglichkeit, ihre Arbeit gesondert vorzustellen. Um den Zugang für Flüchtlinge zu vereinfachen, ist die Seite zweisprachig gestaltet.

Der Landkreis ist der Erste in Westdeutschland, der an dem Portal teilnimmt. Am Vortag hatte sich Berlin dem Service angeschlossen, weitere Städte und Kreise haben bereits ihr Interesse signalisiert, wie Daniel Wetzel verriet. 1300 Besucher würden derzeit pro Tag auf der Seite registriert, diese Zahlen dürften sich in den nächsten Tagen deutlich erhöhen.

von Frank Rademacher

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