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Interkulturelles Zentrum geplant

Iberoamerikaner Interkulturelles Zentrum geplant

Die indigene Kultur Südamerikas ist in Deutschland weitestgehend unbekannt. Daniel Tinolo Viduvich möchte das gerne ändern.

Marburg. Seit 16 Jahren lebt der gebürtige Peruaner in Deutschland. Schon lange wünscht er sich, dass es eine Einrichtung für lateinamerikanische Menschen gibt, in der sie sich treffen und gemeinsam Kunst oder Musik machen können. Als er davon hörte, dass im Gebäude des Radiosenders „Radio Unerhört“ Räume leer stehen, fasste er einen Entschluss.

Mit dem „Verein Iberoamerikanische Studenten“, den er vor fünf Jahren mit gegründet hat, möchte er in den Räumlichkeiten, die sich der Verein mit der Waggonhalle teilt, ein interkulturelles Zentrum einrichten. Unter dem Namen „Intiwasi“ (Deutsch: Haus der Sonne) sollen dort nicht nur Menschen aus Südamerika, Spanien oder Portugal zusammen kommen, sondern auch aus Deutschland und aus den verschiedensten Kulturen weltweit.

„Es geht um Integration und Kommunikation“, sagt Tinoco Viduvich. Er berichtet von einem großen Interesse, das bereits bestünde. Viele Menschen würden gerne gemeinsame Aktivitäten machen, hätten aber bisher keinen Ort dafür. Daher sollen in dem neuen Zentrum verschiedene Kurse stattfinden, wie etwa Salsa, Bauchtanz, ein politischer Stammtisch oder indigenes Laternenbasteln. Außerdem hofft er, dass allen Kindern unter acht Jahren kostenlose Sprachkurse in Spanisch und Portugiesisch angeboten werden können.

Die offizielle Eröffnung sei für den Mai geplant, so Tinoco Viduvich. Bis dahin sollen die Räumlichkeiten komplett renoviert sein.

Gemeinsam mit „Radio Unerhört“, Greenpeace Marburg, dem Verein „Kulturhorizonte“, dem Magistrat, dem Kulturamt und dem Ausländerbeirat werde es ein Fest geben, bei dem unter anderem Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) anwesend sein soll. „Wichtig ist die Unterstützung des Ausländerbeirats“ betont Tinoco Viduvich, „ohne die wäre das Ganze gar nicht möglich gewesen“.

Doch schon am Osterwochenende wurden die Räumlichkeiten mit einem indigenen Osterfest zur Einweihung des „Haus der Sonne“ genutzt. Am Samstagabend gab es ein Konzert von insgesamt vier Musikgruppen, das laut dem Veranstalter sehr gut besucht war. „Mit so viel Andrang habe ich gar nicht gerechnet“, freute er sich im Gespräch mit der OP.

Der Sonntag hingegen stand ganz im Zeichen eines Kinderprogramms, mit dem Höhepunkt eines traditionellen Feuer-Mandalas. „Gerade in Lateinamerika sind die Menschen sehr gläubig“, erklärte Tinoco Viduvich. „Deswegen war uns das Osterfest ein großes Anliegen.“

von Peter Gassner

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