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Interkultureller Austausch mit Sfax

Partnerstädte Interkultureller Austausch mit Sfax

Die 30-jährige Medienwissenschaftlerin Stefanie Klos steht vor einer aufregenden Auslandserfahrung: Für ein dreiwöchiges Praktikum reist sie nach Tunesien in die Marburger Partnerstadt Sfax.

Marburg. Das Praktikum wird organisiert vom Verein für interkulturelle Bildung und Austausch in Marburg, dessen zweite Vorsitzende Klos ist. Der Verein, dessen Ziel es ist den Austausch zwischen den Kulturen zu fördern und zu einem freundlichen Zusammenleben beizutragen, organisiert seit 2002 Projekte rund um den Austausch mit der zweitgrößten Stadt Tunesiens. Seit 2007 zählen dazu auch Praktika, wie das von Stefanie Klos, die zwischen dem 11. und 29. März in einer Presseredaktion und einem Kulturzentrum mitarbeiten wird.

Die 30-jährige ist Doktorandin und Lehrkraft in der Medienwissenschaft an der Philipps-Universität und beschäftigte sich im Rahmen ihres Studiums bereits mit der Islam-Darstellung im Film, so dass sie mit den kulturellen Unterschieden vertraut ist. Eine akademische Karriere strebt sie dennoch nicht an. „Ich kann mir vorstellen, im interkulturellen Austausch zu arbeiten“, offenbart die Frau aus Biedenkopf ihre Motivation für das Auslandspraktikum und freut sich auf die Erfahrung.

Klos, die sich als „Landei“ bezeichnet, räumt gleichzeitig aber auch eine gewisse Aufregung ein. Seit dem sogenannten Arabischen Frühling, ist die politische Situation in Tunesien relativ instabil und die Hafenstadt Sfax liegt unweit des noch unruhigeren Libyen. „Man kann nur hoffen, dass in Tunesien Ruhe einkehrt“, sagt auch Bürgermeister Dr. Franz Kahle und berichtet davon, dass Schreiben aus der Partnerstadt in den letzten Monaten immer ohne Unterschrift geblieben seien, da es dort derzeit keine eindeutige Führung gebe.

Nach der Revolution der Jahre 2010 und 2011 ist Stefanie Klos zudem die erste Frau aus Marburg, die im Rahmen eines Praktikums in das nordafrikanische Land fährt. Gedanken macht sie sich dennoch keine: „Es haben sich so viele Menschen angeboten, mir dort zu helfen, da kann ich mir nicht vorstellen, dass dort etwas passiert.“ Auch Salim Sahip, der Vorsitzende vom Verein für interkulturelle Bildung und Austausch, der schon viele Austauschprojekte organisiert hat, pflichtet ihr bei: „Im Vergleich zu Tunis ist Sfax viel ruhiger.“ Wohnen wird die Praktikantin, die bereits zwei Jahre Arabisch gelernt hat und zudem gut Französisch spricht, bei Aida Zahaf, die selbst schon einmal zu Besuch in Marburg gewesen ist. „Es entstehen also so gut wie keine Kosten für das Praktikum“, bilanziert Sahip. Die Kosten für den Flug übernimmt die Stadt Marburg, die den Austausch auf diese Weise fördert. Neben dem beidseitigen Praktikantenaustausch finden zwischen den beiden Städten, die bereits seit 1971 kooperieren, auch regelmäßig Auftritte und Besuche von Musikern und Künstlern aus Deutschland in Sfax und aus Tunesien in Marburg statt.

von Peter Gassner

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