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Innenhöfe, Backsteinbauten und Lärm

Bauausschuss Innenhöfe, Backsteinbauten und Lärm

Die Stadtverordnetenversammlung wird am Freitag nach Lage der Dinge einstimmig einen Bebauungsplan für das Gebiet zwischen Hauptbahnhof und Zimmermannstraße beschließen.

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Vor allem alte Backsteinbauten prägen das Bild zwischen Hauptbahnhof und Zimmermannstraße. Der Bauausschuss will die alten Wohnfunktionen mit einem Bebauungsplan schützen. Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Diese Empfehlung gab vergangene Woche einstimmig der Bau- und Planungsausschuss. Bei dem Gebiet handelt es sich um ein Quartier mit alten Backsteinbauten, Innenhöfen und kleinteiliger Bebauung. Mit der Aufstellung eines Bebauungsplans will der Magistrat erreichen, dass die alten Wohnfunktionen geschützt werden, angesichts der „regen Investitionstätigkeit im Nordviertel“ (Bürgermeister Dr. Franz Kahle) aber auch Planungssicherheit für potenzielle Bauherren geschaffen wird.

Das Gebiet umfasst etwa 2,8 Hektar. Es soll, und das ist laut Kahle möglich, im vereinfachten Verfahren beplant werden. Begrenzt von der Stadtautobahn auf der einen und jenseits der Neuen Kasseler Straße auf der anderen Seite, gekennzeichnet durch eine heterogene Nutzungsstruktur, ist dieses Gebiet nicht leicht zu beplanen, glaubt Kahle. Es ist zudem Teil des Sanierungsgebiets Hauptbahnhof/Nordviertel.

Ein Sanierungsbüro hat die Wiederherstellung der geschlossenen Blockrandbebauung empfohlen und auch für die Innenhöfe verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt. Zudem soll die Fläche für ein Parkhaus in der Ernst-Giller-Straße festgelegt werden. Weiter nördlich baut ein Marburger Wohnungsbauunternehmen ein „Stadthaus Nordend“ gegenüber der Agentur für Arbeit und bewirbt dieses Objekt auf seiner Homepage.

Kahle trat Vermutungen entgegen, dass der Investor auch am Bau im Mauerstraßen-Quartier interessiert sei. Richtig ist aber, dass jenseits der Neuen Kasseler Straße auf dem ehemaligen Bahngelände Wohnungen des Investors entstehen sollen, die als Sozialwohnungen vermietet werden sollen.

B3: Vaupel will Land mit ins Boot holen

Der Bauausschuss empfiehlt wie schon zuvor der Umwelt- und Verkehrsausschuss dem Parlament, eine Machbarkeitsstudie zur Umgestaltung der B3 in Auftrag zu geben. Die Machbarkeitsstudie sei ein erster Schritt, um dem Ziel einer deutlichen Lärmreduzierung, aber auch einer neuen innerstädtischen Raumordnung näher zu kommen, sagte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). Derzeit ist die Eintunnelung zwischen Schülerpark und AquaMar angedacht.

Vaupel kündigte an, er wolle auch den Hessischen Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) für die Idee gewinnen. Er wolle Schäfer deutlich machen, dass das Gelände (das dem Land Hessen gehört) rund um die Gebäude der alten Universitätsbibliothek und der Philosophischen Fakultät (beide wird die Universität bis zu Beginn der Zwanziger Jahre aufgegeben haben) dramatisch an Wert gewinnt, wenn es als Grün- oder als Wohnraum genutzt werden kann.

Eine Wertsteigerung von vier Millionen Euro für das Areal ist nicht illusorisch.

von Till Conrad

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